Wo übernachten wir in Los Angeles?

In einem Stadtgebiet, welches ungefähr die Ausdehnung von Bayern hat, ist es schwierig, den perfekten und vor allem halbwegs preiswerten Übernachtungsplatz zu finden. Wir haben mittlerweile so einige Hotels in der Region durch und erklären euch, welchen Ansatz wir verfolgen, um Geld zu sparen und uns trotzdem wohl zu fühlen.

Eins vorweg: Alle vorgestellten Hotels machen NUR Sinn, wenn ihr auch einen Mietwagen am Start habt. Lest dazu auch gerne unseren Beitrag 6 Tipps, wie du nicht von Los Angeles erschlagen wirst. Ohne Autos ist L.A. quasi unmöglich abzugrasen und ein wirkliches zentrales Viertel, von dem ihr alles zu Fuß oder zumindest mit Bus & Bahn erreichen könnt, gibt es in der Stadt einfach nicht, allein schon deswegen, weil die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt der Engel extrem schlecht ausgebaut sind. Los Angeles ist eine Autostadt durch und durch, was man bei seiner Hotelwahl berücksichtigen sollte, denn ohne fahrbaren Untersatz kommt ihr hier nicht oder kaum vernünftig voran.

Um die enormen Entfernungen besser einschätzen zu können, schaut euch gerne nochmal die folgenden Beiträge an:

One day in L.A. – Unsere 3 Top-Routen

drauflos goes Stadtführer – Wir haben Mandy von jeden.tag.was.neues unser Los Angeles gezeigt

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Ohne Auto geht in Los Angeles einfach nichts, weswegen die Location der Hotelwahl auch eigentlich nicht so zentral sein muss.

Aufgrund der enormen Größe und der unumgänglichen Abhängigkeit vom Auto ist unsere Strategie eigentlich ganz simpel. Wir suchen nach Unterkünften in den Vororten der Stadt und lassen die teuren, „zentralen“ Hotels in Downtown, Hollywood & Co gleich links liegen. Denn entweder bezahlt ihr dort horrende Preise oder landet in immer noch recht teuren Absteigen. Auch die Parkgebühren sind in zentralen Hotels oft extrem hoch, während ihr in den Vororten kostenlos parken könnt.

Aber auch die reinen Übernachtungskosten sind natürlich deutlich günstiger und ihr bekommt verhältnismäßig gute Unterkünfte zu bezahlbaren Preisen (billig ist immer noch anders, die USA haben da in den letzten Jahren heftig angezogen). Der Nachteil, dass ihr eben recht weit raus seid und immer das Auto braucht, um irgendwo hinzukommen, erübrigt sich in Los Angeles wie gesagt, denn auch wenn ihr zentral in Hollywod übernachten würdet, müsstet ihr trotzdem eine halbe Stunde bis nach Santa Monica fahren. Natürlich gibt es Unterschiede. Wer weiter raus wohnt, bezahlt noch günstigere Preise, wer doch etwas näher an den Touri-Spots ist, bezahlt mehr. Generell solltet ihr bei der Hotelsuche immer die Bewertungen im Auge behalten, vor allem auch mit Hinblick auf die Umgebung des Hotels. Nicht jedes Viertel in Greater L.A. ist sicher. Es soll Motels geben, in denen die Rezeption hinter Gittern oder Panzerglas ist. Sowas solltet ihr – günstiger Preis hin oder her – natürlich vermeiden. Eure Sicherheit ist natürlich immer wichtiger als der Übernachtungspreis.

An der Stelle darf auch noch erwähnt werden, dass selbst die zentralen Viertel der Stadt nicht unbedingt die sichersten sind. Gerade Hollywood und Downtown L.A. gehören in den Abendstunden nicht unbedingt zu den besten Vierteln der Stadt.

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Auch wenn man gar nicht weit weg von Downtown L.A. ist, kann die Gegend schnell kippen. Gerade bei der Hotelwahl sollte man sich daher vorher über die Location informieren.

Entscheidend für unsere Buchung ist der Eindruck anhand der Bilder, der Preis und die Bewertungen bei Tripadvisor, wo ihr auch anhand von Kundenfotos abschätzen könnt, wie die Hotels wirklich mittlerweile aussehen. Auch findet ihr oft nützliche Hinweise zu der Umgebung. Um diese besser abschätzen zu können, hilft auch oft schon ein Blick in die Street View-Funktion in Google Maps.

Wie ihr auf der nachfolgenden Karte sehen könnt, haben wir schon einiges an Vorort-Unterkünften durch und uns quasi rund um Los Angeles ausgetobt. Alle Hotels waren dabei in sicheren Gegenden, ihr könnt euch also gerne an den Locations orientieren. Die Preise für die Übernachtungen bewegten sich zwischen 55 und 120 Euro. Da sich die Hotelketten oft ändern, kann es – je nachdem, wann ihr den Artikel lest – sein, dass sich die Namen mittlerweile geändert haben.

 

Die Anaheim-Area

 

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Anaheim ist das Zuhause von Mickey Mouse, sprich Disneyland. Das ist Fluch und Segen zugleich, wirkt sich aber äußerst positiv auf die Hoteldichte aus (Foto: Albert Lam, https://flic.kr/p/rYK2WW [Creative Commons-Lizenz])


Der eingangs erwähnte Größenvergleich zu Bayern war nicht übertrieben. Obwohl ihr auf dem Weg in diese Ecke von Los Angeles aus NUR durch Stadtgebiet fahrt, seid ihr in Anaheim tatsächlich schon in einem ganz anderen Bezirk und 20-30 Meilen von der offiziellen Stadtgrenze von L.A. entfernt. Willkommen im Orange County!

Das nahe Disneyland sorgt für eine enorme Anzahl an Hotels aller Preisklassen im näheren Umfeld. Wir orientieren uns meistens etwas abseits von Anaheim, denn mit der großen Hoteldichte kommen natürlich auch unzählige Touristen… und im Falle von Anaheim sind es Disney-Touristen, also Familien mit schreienden Kindern 😉
Wir weichen deshalb entweder nach Fullerton im Norden oder Orange im Süden aus. Im vergangenen Jahr haben wir uns noch weiter nach Norden bis nach Diamond Bar orientiert, wo wir ein vollkommen zufriedenstellendes La Quinta Inn & Suites für unsere erste Nacht in der Stadt auserkoren hatten. Generell habt ihr es hier überall mit potenziellen Disney-Touris zu tun, aber Anaheim ist definitiv das Epizentrum. Jedes Hotel, jedes Restaurant, jedes Geschäft ist packed mit diesen Leuten.

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Alle Unterkünfte haben trotz preislicher Unterschiede (grobe Range zwischen 60 und 120 Euro/Nacht) Motel-Charakter und Frühstück inklusive, sie liegen meist nicht attraktiv in der Nähe einer spannenden Attraktion und fungieren deswegen für uns auch einfach nur als Schlafplätze, in denen wir uns aber trotzdem wohl fühlen wollen.

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Only in L.A…. 1 Stunde und 38 Minuten für rund 60 Kilometer auf mehrspurigen Autobahnen!

Wer aus der Ecke um Anaheim nach Downtown L.A. oder Hollywood will, fährt im Idealfall gute 30 Minuten. Bei Stau (und da darf man sich nix vormachen, das kann in der Stadt der Engel quasi rund um die Uhr passieren) können sich die Fahrzeiten auf einer nach oben offenen Richterskala ins gefühlt Unendliche hochschrauben. Eine verlässliche Prognose können wir euch da unmöglich liefern. Dieses Problem habt ihr aber eben auch, wenn ihr mitten in L.A. wohnt. Wenn der Idealfall 30 Minuten ist, sind 45-60 Minuten realistisch, zu den Hauptverkehrszeiten sieht das dann noch deutlich schlimmer aus. Bis nach Santa Monica fahrt ihr von Anaheim aus gute 40 Minuten unter Ideal-Bedingungen, auch hier sollte man eher mit einer Stunde rechnen. Der Los Angeles International Airport ist im Idealfall eine gute halbe Stunde entfernt. Einen Standort-Vorteil hat man, wenn man an die deutlich weniger überlaufenen Orange County-Strände (Newport Beach, Huntington Beach, Laguna Beach), in Richtung San Diego, oder natürlich Disneyland möchte. Der Joshua Tree National Park ist von hier in guten 2 Stunden erreichbar und bietet sich so als mögliches Extended-Tagesziel an. Auch als Ausgangspunkt für die Weiterfahrt in Richtung Osten (Las Vegas, Phoenix) bietet sich Anaheim an, weil man hier die Rush Hour-Epizentren schon hinter sich hat.

Die Pasadena-Area

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Pasadena ist ein Stück näher an den Point of Interests von Los Angeles dran als Anaheim. Dafür bezahlt man aber in der Regel auch zwischen 30 und 50 Euro pro Nacht drauf. Vergangenes Jahr profitierten wir von gleich zwei guten Angeboten und verließen unsere fast schon angestammte Ecke in Anaheim für ein gutes Best Western Inn & Suites und am Ende des Trips nochmal für ein dank Hotwire.com erstaunlich günstiges Hilton.

Der große Vorteil an Pasadena ist, dass in dem 140.000-Einwohner-Vorort ein fast kleinstädtischer Vibe herrscht und man dadurch auch ein bisschen mehr Zeit zu Fuß in der Umgebung verbringen kann. Die Stadt ist dabei für amerikanische Verhältnisse wirklich recht hübsch und lädt stellenweise sogar zum Flanieren ein. Wir haben uns extrem wohl gefühlt, waren gleich mehrfach zu Fuß essen oder einen Kaffee trinken (wo macht man das in L.A. schon sonst?) und können – wenn euer Budget es hergibt – einen Aufenthalt in Pasadena mehr als empfehlen. Sehr attraktiv sind auch die nahen San Gabriel Mountains, die mit bombastischem Panorama über die Stadt wachen und in die sich definitiv ein Ausflug lohnt. In einer unserer drei One Day in L.A.-Routen findet ihr auch einige Details für einen Ausflug in die Berge, genauer gesagt zum Mount Wilson.

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Was die Entfernungen angeht ist man aus Pasadena in rund 20 Minuten in Downtown L.A. oder Hollywood, bei starkem Verkehr werden daraus aber auch hier schnell 30-40 Minuten. Bis zum Santa Monica-Pier fährt man gute 30 Minuten, realistischer sind 45-60. Zum Los Angeles International Airport geht es in rund 30 Minuten, bei Stau minimum 45-60. Auch hier natürlich: alle Angaben ohne Gewähr, der L.A.-Traffic ist unberechenbar.

Was haben wir noch ausprobiert?

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Westminster: Auch diese Kleinstadt liegt bereits im Orange County, aber ein Stück südwestlich von Anaheim. Die Entfernungen zu den wichtigen Spots in L.A. sind ähnlich wie von der Disney-Hauptstadt aus, Orange County-Strände wie Huntington Beach sind allerdings nur gute 10 Minuten entfernt, was für manche definitiv ein Pluspunkt sein dürfte. Übernachtet haben wir im etwas altmodisch anmutenden, aber sehr sauberen Best Western Westminster Inn (mittlerweile wurde das Motel wohl renoviert).

Whittier: Räumlich ist die Kleinstadt im Siedlungs-Pfannkuchen von L.A. ähnlich nah an der Downtown-Area wie Pasadena. Generell ist sie aber auch näher an den schlechteren Vierteln der Stadt dran, die auch ein wenig nach Whittier reinstrahlen. Es ist nicht zwangsläufig unsicher, aber auch nicht ganz so nett und hübsch wie die anderen Locations. Daraus resultieren dann aber auch recht günstige Übernachtungspreise, die nochmal unter dem Niveau von Anaheim liegen. Wir haben hier 2014 im sehr ordentlichen Vagabond Inn Whittier übernachtet.

 

Flughafen-Hotels? Layover?

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Wie in so ziemlich allen Städten gibt es auch in L.A. zahlreiche Hotels in direkter Nähe des Los Angeles International Airports. Obwohl wir die Strategie, günstig am Flughafen zu übernachten und mit etwas größerem Anfahrtsweg die Stadt zu erkunden, in der Regel feiern, würden wir in Los Angeles eher davon abraten. Das liegt daran, dass es hier eben tatsächlich keine andere nennenswerte Möglichkeit als das Auto gibt, um in andere Bereiche der Stadt zu kommen und die Freeways um den LAX herum chronisch verstopft sind. Wer einmal auf der 405 im Stau gestanden hat, weiß, was wir meinen. Und den Airport-Train, der schnell und zuverlässig ins Zentrum steuert, fehlt hier halt einfach.

Darüberhinaus befinden sich viele der günstigeren Ketten mitten in Inglewood, welches definitiv nicht das beste Pflaster der Stadt ist. Wer sich hier etwas zu weit reinwagt, kommt in Gegenden, wo Rezeptionisten oder Kassierer hinter Panzerglas oder in Gitterkäfigen sitzen. Die wirklich guten Hotels befinden sich sehr nah am Airport, aber auch dort gibt es natürlich nur wenig außer Flugzeuge zu entdecken.

Generell würden wir Übernachtungen am LAX nur für An-/Abreise empfehlen, wenn eure Flüge zu besonders unchristlichen Zeiten ankommen oder abfliegen, oder wenn ihr einen kurzen Layover habt, z.B. auf dem Weg nach Hawaii oder sowas in die Richtung.


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Das waren unsere Hotel-Erfahrungen, die wir auch in Zukunft handhaben werden. Der größte Nachteil von L.A. – die gigantische Größe und die Abhängigkeit vom Auto – ist für unsere Hotel-Strategie der größte Vorteil, denn der Zeitnachteil, in einem Vorort zu übernachten, relativiert sich in der Stadt der Engel recht schnell, weil man – egal wo man wohnt – sowieso immer 20-30 Minuten fahren muss…mindestens!

Waren die Tipps hilfreich? Wo übernachtet ihr in Los Angeles? Habt ihr irgendwelche Geheimtipps, wo ihr in der Stadt der Engel einkehrt?

Übrigens: Wenn ihr gezielte Planungs-Fragen habt, könnt ihr euch auch gerne an uns wenden!

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