Wo übernachten wir in San Francisco?

San Francisco gehört zu unseren Lieblings-Städten, die unser Reisebudget aber gleichzeitig auch immer enorm herausfordern, denn die Hotelkosten im gesamten Großraum sind mittlerweile in astronomische Höhen gestiegen. Wir haben im Laufe der Jahre so einiges ausprobiert, um die Übernachtungskosten niedrig zu halten…

Wenn ihr euch für die gleiche Fragestellung für Los Angeles interessiert, checkt gerne mal „Wo übernachten wir in Los Angeles?“ ab!

Los Angeles und San Francisco lassen sich bei diesem Thema nur schwer vergleichen, da die Golden-Gate-Stadt deutlich europäischer daher kommt und lange nicht so ausufernd ist, wie die Stadt der Engel. Die begrenzten Ausmaße treiben aber scheinbar auch schnell die Preise deutlich in die Höhe. Auch ist San Francisco deutlich weniger Auto-freundlich wie Los Angeles. Wer also weiter außerhalb wohnt, hat zwangsläufig immer das Auto „an der Backe“ und muss sich mit der oft anstrengenden Parkplatzsuche herum schlagen oder in den sauren Apfel beißen und teilweise absurd teure Parkhaus-Gebühren zahlen. Darauf sollte man in jedem Fall gefasst sein, wenn man sich für eine der hier vorgestellten Strategien entscheidet.

Für San Francisco haben wir bisher mit drei Strategien gearbeitet, um unsere Übernachtungskosten zu senken und ein weiteres Mal – quasi Augen zu und durch – ein Hotel mitten im Zentrum gebucht.

1.) Anreise-/Abreise-Übernachtungen weit außerhalb

Wenn die Übernachtungen an unserem Ziel überdurchschnittlich teuer sind, versuchen wir meist unsere Route so zu planen, dass wir bereits am Vorabend möglichst nahe an unser Ziel herankommen und am Abreisetag nicht allzu weit vom Ziel entfernt übernachten. Dadurch lassen sich bei guter Planung zwei teure Stadtübernachtungen sparen, die man dann etwas weniger komfortabel im günstigen Umland verbringt und natürlich noch Fahretappen zusätzlich zum Stadtbummel einkalkulieren muss.

Im Großraum San Francisco tummeln sich gleich mehrere Großstädte, davon direkt in der großen Bucht Oakland und San José, etwas weiter entfernt befindet sich die Hauptstadt von Kalifornien, Sacramento. Günstig weiter außerhalb übernachten entwickelt sich da also zu einem sehr dehnbaren Begriff. In unserem Falle variieren die Entfernungen zwischen 80 und 142 Meilen, also schon sehr stattliche Strecken.

Von Süden kommend lassen sich gerade in der Nähe der Interstate 5 diverse günstige Motel-Spots ausmachen, an denen vor allem die Trucker oder Durchreisende übernachten. In der Central Valley genannten Region existiert außer der wichtigen Verkehrsverbindung zwischen den Großräumen und jeder Menge Landwirtschaft nicht viel. Entsprechend günstig kann man im Nirgendwo am Freeway übernachten, besonders attraktiv oder spannend sind die Locations aber natürlich nicht. Dafür bekommt man Einblicke in das Kalifornien hinter der Blockbuster-Fassade, denn auch im Golden State ist lange nicht alles gold, was glänzt.

Gute Erfahrungen haben wir in Los Banos (126 Meilen südöstlich von San Francisco) und Westley (80 Meilen östlich von San Francisco) gesammelt. Weniger empfehlen können wir Gilroy (80 Meilen südlich von SF), die Welthauptstadt des Knoblauchs, in der es meist auch entsprechend riecht.

Unsere Unterkunft in Twaine Harte war wirklich schon weit entfernt, dafür aber inmitten der wunderschönen Sierra Nevada.

Nördlich von der Bay Area haben wir bisher einmal in Willows übernachtet, welches mit 140 Meilen schon ziemlich weit von San Francisco entfernt war. Auch Twaine Harte in der Sierra Nevada (142 Meilen) war bereits sehr weit raus. In beiden Fällen konnten wir aber noch einen guten Teil des Tages in San Francisco verbringen, bevor wir dann am späten Nachmittag zu unserer Zwischenübernachtung im Nirgendwo aufgebrochen sind.

2.) Der altbekannte Flughafen-Trick

Unseren Trick mit den Flughafen-Hotels predigen wir euch gefühlt bei jeder Gelegenheit runter (Hauptartikel, Lissabon-Beispiel, Costa Rica-Beispiel), weshalb er natürlich auch bei San Francisco nicht fehlen darf. Als wir 2014 das erste Mal zusammen in die Bay City flogen, funktionierte dieser Workaround auch noch richtig gut. Im Folgejahr war es schon etwas schwieriger ein bezahlbares Hotelzimmer in Flughafen-Nähe zu kriegen. Mittlerweile sind die Airport-Unterkünfte auf einem Preis-Niveau angekommen, dass sich nicht mehr signifikant von den Schlafmöglichkeiten in der Innenstadt unterscheidet.

Solltet ihr trotzdem Glück haben und eine günstige Lösung am Flughafen finden, greift ruhig zu. Klar, ohne Mietwagen (unbedingt vor der Buchung die Parkplatz-Situation beim Hotel checken!) lohnt sich das nicht und man muss jeden Tag in die Stadt fahren und zahlt dort auch zwangsläufig Parkgebühren, aber die zahlt man eben auch, wenn man innerstädtisch wohnt und dann mit dem Auto irgendwo hin will. In ungefähr 30 Minuten seid ihr bei guter Verkehrslage auf jeden Fall in der Stadt und für den Ankunfts- oder Abflugs-Tag hat die Strategie natürlich auch nicht von der Hand zu weisende Vorteile.

3.) Nördlich der Golden Gate?

Die weltberühmte Golden Gate-Bridge ist verflucht nah am Stadtzentrum von San Francisco dran. Alles, was an der Nordseite der Bucht zu finden ist, hat durch die imposante Hängebrücke eine verhältnismäßig schnelle Verbindung in die City, die oft zeitlich lukrativer ist, als beispielsweise bei den Airport-Hotels.

In der dünner besiedelten Gegend im bergigen Terrain des angrenzenden Muir Woods National Monuments finden sich im Vorzeigeort Sausalito vor allem teure Pensionen mit Fischerörtchen-Charakter, wer sich ein paar Kilometer weiter nach Norden vorwagt, kommt aber schnell in etwas industrieller geprägte Gegenden, die dan natürlich auch nicht mehr so hübsch sind. Besonders groß ist das Angebot an Unterkünften hier nicht, aber 2017 haben wir mit dem America’s Best Value Inn and Suites Mill Valley ein ganz ordentliches Schnäppchen für San Francisco-Verhältnisse gemacht (unter 100 Euro pro Nacht), von wo aus wir mit dem Auto innerhalb von 10-20 Minuten mitten in San Francisco waren. Tatsächlich war das Angebot damals deutlich günstiger als alle halbwegs passablen Airport-Hotels.

Wer also in der Gegend was günstiges findet, kann dies durchaus mal ausprobieren. Auch teurere Ketten sind hier zum Teil vorhanden, die dann aber oft wieder in höhere Preisregionen vorstoßen.

4.) Augen zu und durch! Was kostet es mitten im Touri-Hotspot?

Bisher einmal haben wir uns ein zentrales Hotel direkt an der Fisherman’s Wharf gebucht und dabei die Hotel-Plattform Hotwire.com ausprobiert. Den genauen Buchungs-Prozess, über den wir immerhin rund 200 Dollar gespart haben, könnt ihr in unserem dazugehörigen Artikel „Zum Motel-Preis ins Hilton? – Unsere Erfahrungen mit Hotwire.com in San Francisco und Los Angeles“ nachlesen.

Da man San Francisco im Gegensatz zu vielen anderen US-Städten ganz gut zu Fuß erkunden kann, hat natürlich auch ein Hotel in Innenstadt-Lage große Vorteile und ist durchaus komfortabel. Wir konnten so ganz easy das Hotelzimmer verlassen und waren mitten drin im Trubel. Der Spaß kostete allerdings auch 160 Euro die Nacht und dabei waren die Parkkosten für unser Auto noch nicht mal inkludiert. Wollten wir unseren Miet-SUV in der Hotel-eigenen Tiefgarage parken, hätte das 67 Dollar/Nacht geostet, also nochmal über 130 Dollar zusätzlich. Man sollte sich allerdings keine falsche Illusionen machen, denn auch in den Parkhäusern rundherum sind die Parkkosten gesalzen. Konkret kann man im Vergleich zum Hotel-Angebot aber immerhin rund die Hälfte sparen.

Ihr seht es vielleicht an den Bildern, das 4-Sterne Hotel Zoe an der Fisherman’s Wharf, war jetzt nicht unbedingt das Low-Budget-mäßigste. Die Buchung machte aber trotzdem Sinn, denn teilweise kosteten sichtlich heruntergekommene Motels in Innenstadtnähe oft nur 20-40 Euro weniger, was Preis-Leistungs-mäßig dann noch mehr daneben war.


Fest steht, San Francisco ist kein einfaches Pflaster, wenn man auf der Suche nach günstigen und trotzdem annehmbaren Übernachtungsmöglichkeiten ist. Auslassen sollte man die Bucht-Schönheit deswegen aber keineswegs, denn sie gehört zweifellos zu den schönsten Städten der USA. Mit ein bisschen flexibler Planung lassen sich die teuren Übernachtungen zumindest einsparen und wer kein Problem hat, ein bisschen out-of-the-box zu denken, kann auch etwas weiter außerhalb den ein oder anderen Euro sparen.

Wo übernachtet ihr, wenn ihr in San Francisco seid? Habt ihr gute Tipps?


Mehr zu San Francisco? Lest gerne auch unseren Artikel „Die beste Aussicht auf die Golden Gate Bridge„!

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