Unsere Flop 3-Flüge – Blaue Flecken an den Knien, Gourmet-Matsch und schreiende Babys

Als Economy-Passagier braucht man manchmal nerven! Wir haben unsere 3 Flop-Flüge gesammelt, was waren eure?

Ihr habt es vielleicht schon gemerkt: wir beschäftigen uns etwas mehr mit Airlines und Flughäfen, als die meisten Reiseblogs. Denn vor dem Urlaub liegt wohl oder übel eben auch die oft anstrengende Anreise. Wer schon desöfteren in der Luft unterwegs war, weiß, dass es da nicht nur beim Preis große Unterschiede gibt. 

Wir waren bisher immer Economy-Passagiere, die mit dem günstigsten Tarif unterwegs sind, also nicht unbedingt die bevorzugte Klientel für die Airlines. Und nichstdestotrotz haben wir in den letzten Jahren große Unterschiede beim Fliegen erlebt, vom Komfort im Flugzeug, bis zum Service wie wir behandelt wurden. Das Flugerlebnis beginnt schließlich schon beim Buchungsprozess der unterschiedlichen Fluggesellschaften, geht weiter bei der Anreise am Flughafen, über das eigentliche Flugerlebnis bis hin zum Ankunftflughafen. In unser Flop/Top 3-Reihe präsentieren wir euch unsere bisherigen besten und schlechtesten Flugerlebnisse, die euch bei der Airline-Auswahl in Zukunft vielleicht weiterhelfen könnten. Zunächst beginnen wir diese Woche mit der Flop 3.

Sehr gespannt sind wir aber auch auf eure Erfahrungen, denn oft kann ein Flugprodukt sich durch einen Flugzeugtyp oder nur eine andere Crew schon maßgeblich ändern. Manchmal reicht eine unfreundliche Flugbegleiterin, dass der Flug negativ im Gedächtnis bleibt. Gleichzeitig kann freundlicher Service aber auch eine sonst eher mittelprächtige Performance verbessern. Zögert also nicht, uns am Ende des Artikels in den Kommentaren von euren Top/Flop-Erlebnissen über den Wolken zu berichten…


 

Platz 3 geht an: EASYJET

SXF > LUX

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Easyjet landet in unserer Flop 3 wegen eines immer wichtiger werdenden Punktes: der Beinfreiheit. Beim vorliegenden Flug von Berlin-Schönefeld saßen wir in der letzten Reihe des A319. Der Flughafen, der unmittelbar an den sagenumwobenen BER grenzt und bis zu dessen Fertigstellung genau wie Berlin-Tegel permanent jenseits der Belastungsgrenze operiert, bleibt uns als einer der unsaubersten und chaotischsten Airports überhaupt in Erinnerung.

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Banane an der Passkontrolle essen: kann man mal machen…

Aber zurück zu Easyjet und unserem Platz in der letzten Reihe, der uns in Erinnerung blieb, weil es quasi keinen nennenswerten Legroom gab. Dustin ist mit ca. 1,80 Meter wirklich kein Riese und war mit seinen Knien eigentlich permanent am Limit. Laut seatguru müsste der Sitzabstand 29 Zoll betragen haben, also 1 Zoll weniger als beim Großteil der Konkurrenz.

Bei Kritik dieser Art geht es natürlich nicht nur um die deutlichen Abstriche im Sitzkomfort, sondern auch um einen hypothetischen Notfall, bei dem eine solche Maschine schnell evakuiert werden muss. Immer kleiner werdende Sitzabstände können für die Passagiere durchaus zum tödlichen Nadelöhr werden, wenn es schnell gehen muss.

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Selbst bei Ryanair gibt es mindestens 30 Zoll, was nur 2,54 Zentimeter mehr sind, aber in dem Bereich die Welt bedeuten kann. Neuere Ryanair-Jets verfügen sogar aufgrund dünnerer Flugzeugsitze über 31 Zoll und bieten damit auch fühlbar mehr Sitzabstand wie die großen Carrier. Lufthansa setzt in ihren neuen Airbus A320 Neo ebenfalls auf lediglich 29 Zoll. So bekommt man in diesen neuen Kurz- und Mittelstrecken-Jets für ein DEUTLICH teureres Lufthansa-Economy-Ticket auf der Kurzstrecke weniger Beinfreiheit als bei ALLEN Ryanair-Maschinen. Verkehrte Welt!


Platz 2 geht an: CONDOR

FRA > LAS; LAS > FRA

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Zum Trip-Report unseres Condor-Fluges: Langstrecke mit Condor – Teurer Gourmet-Matsch in Uralt-Jets

Auf den Langstreckenflügen nach Las Vegas mit der deutschen Airline störten uns vor allem die irreführende Tarifstruktur, die einen günstigen Langstrecken-Direktflug mit Gepäck (mittlerweile nicht mehr!), Verpflegung und Onboard-Entertainment verspricht.

Die Wahrheit sieht dann leider anders aus, denn für ein vegetarisches Bordmenü mussten wir 18 Euro Aufpreis bezahlen (pro Flug/pro Person), während es das Menü mit Fleisch ohne Aufpreis gab. Schlecht nicht nur für Vegetarier, sondern auch für alle, die sich aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen anders ernähren müssen. Hier kann man eigentlich von Diskriminierung sprechen. Der Support reagierte auf genauere Nachfrage regelrecht patzig und extrem unfreundlich, sowohl im Chat, als auch via E-Mail. Ein absolutes No Go!

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„Condor achtet auf Qualität, die ihren Preis hat.“

Auch das Entertainment-System spuckt für den Langstrecken-Flug lediglich zwei Filme aus. Wer mehr will, darf nochmal 8 Euro draufzahlen. Auch dann ist die Auswahl überschaubar und auf keinen Fall mit Lufthansa oder gar Emirates vergleichbar.

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Der Service ist Bord war nicht übermäßig freundlich, aber in Ordnung. Langstrecken-Flüge werden von Condor in einer relativ neu eingerichteten, aber eigentlich uralten Boeing 767-Flotte durchgeführt. Unser Hinflug fand in einem bereits 24 Jahre alten Flugzeug statt.

Condor würden wir in Zukunft definitiv meiden. 18 Euro für vegetarische Menüs zu verlangen ist schon ein ziemlicher Hammer, auf Kundenanfragen kurz angebunden und fast schon beleidigt zu reagieren, geht aber definitiv überhaupt nicht. Auch muss hier nochmal festgehalten werden, dass bei Condor keine Rede von einem Billigflieger sein kann. Mit allen versteckten Gebühren waren wir auch auf dem gleichen Preisniveau wie bei Lufthansa, die wir mit moderneren Jets und besserem Service jederzeit vorziehen würden.


Platz 1 geht an: SWISS

Flug: LAX > ZRH > DUS

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Mit der SWISS sind wir 2015 zweimal geflogen, einmal die Langstrecke von Nordamerika nach Zürich und dann eine Kurzstrecken-Verbindung nach Düsseldorf.

Das Bodenpersonal am LAX war außergewöhnlich nett, quittierte den genau 23,0 Kilogramm schweren Koffer von Tamy mit einigen lustigen Bemerkungen und setzte sich dafür ein, dass wir auch ohne Sitzplatzreservierung (Probleme beim Online-Check-In) noch zwei nebeneinanderliegende Plätze am Fenster bekommen. Sehr freundlich und hilfsbereit!

Das Erlebnis an Bord war leider ein anderes. Der stark in die Jahre gekommene Airbus A340-300 bot lediglich die alte SWISS-Kabine, die Sitze wirkten abgesessen, das Entertainment-System war pixelig und reagierte träge. Im Laufe des Fluges fiel es auch mehrfach aus. Letztendlich kann das aber bei jeder Airline passieren.

Am negativsten ist uns ein Schlüsselerlebnis an Bord in Erinnerung geblieben, wofür wir etwas weiter ausholen müssen. Wir hatten – dafür kann die Airline natürlich nix – gleich zwei schreiende Babys in unserem “Abteil”…kaum war eins eingeschlafen, wurde es vom Schreien des anderen wieder geweckt…so ging das gefühlte 5 Stunden immer wieder hin und her. Das zerrte am Nervenkostüm, kann aber natürlich auf jedem Flug passieren und ist grundsätzlich auch vollkommen okay so. Der Hammer kam allerdings, als eine richtig pampige Flugbegleiterin Tamy anmotzte, als diese nur mal kurz die Jalousie anhob, um einen Blick nach draußen zu erhaschen….das würde die anderen Passagiere aufwecken….gleichzeitig ertönte das Schreikonzert der Babys….wir waren so perplex über diese unfreundliche Art, die durch die zwei schreienden Babys zur kompletten Farce wurde, dass wir gar nix entgegnen konnten.

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In Zürich angekommen, hatten wir zwei Stunden um den Anschlussflug nach Düsseldorf zu erwischen. Wir gingen also zeitig zu unserem Gate, besorgten uns einen Kaffee und warteten auf’s Boarding…..nichts passierte…zusammen mit anderen Passagieren wurden wir langsam ungeduldig….dann wurde ein Gate-Wechsel angekündigt…ah, das war’s also…..aber am neuen Gate angekommen: wieder nix. Fast eine Stunde nach Abflugszeit tauchte dann SWISS-Personal auf….die konnten uns aber auch nix konkretes sagen…Flugzeug-Wechsel irgendwas…aber wann’s letztendlich losgehen sollte, erfuhren wir nicht. Die Abflugs- bzw. Boarding-Zeit auf den Monitoren wurde immer weiter nach hinten geschoben. Praktischerweise gab’s am Zürich-Airport nur 20 Minuten kostenfreies WLAN und keine Steckdosen im Wartebereich, so dass wir weder Handys noch Laptops (im Flugzeug gab’s im Gegensatz zur Lufthansa nämlich leider auch keine Steckdosen oder USB-Ports) aufladen konnten, um unsere „Abholer“ in Düsseldorf zu benachrichtigen. Auch hier: Verspätungen können immer passieren (der überlastete Flughafen Zürich ist berühmt-berüchtigt dafür), aber etwas Kommunikation und Service am Airport bei einer Full-Service-Airline kann man schon erwarten.

Mit fast 2 Stunden Verspätung rollte dann schließlich ein Airbus A321 heran und es konnte endlich losgehen. Wir wurden recht zügig geboardet, 2 schnelle Klopfer gegen den Rumpf…dann ein kleiner Schock: die Maschine sah noch abgenutzter aus, als unser Langstrecken-Vogel von vorhin. Die Sitze eingefallen und total durchgesessen, zerfranzte Vorhänge, die die Business Class abtrennten, für die wir definitiv keinen Cent mehr bezahlen würden. Was ist das bitte bei der SWISS? Premium-Airline? Da sieht – kein Witz – jede Ryanair-Kabine gepflegter und sowieso moderner aus!

Da dieses Flugerlebnis mittlerweile rund 3 ½ Jahre her ist, würden wir SWISS aber durchaus nochmal eine Chance geben. Mittlerweile wurde ein Großteil der Langstrecken-Flotte durch brandneue Boeing 777-300ERs ersetzt, weswegen das Borderlebnis sich definitiv gebessert haben sollte. Ob das auch für die Freundlichkeit und Kommunikation zählt, werden wir vielleicht nochmal irgendwann antesten.


 

An dieser Stelle sind wir gespannt auf eure schlimmsten Flüge! Welches Erlebnis ist euch in negativer Erinnerung geblieben, von welcher Airline würdet ihr zu 100% abraten?

  1. Hallo ihr lieben!
    Wir sind mit der Eurowings in die Dominikanische Republik geflogen. Leider buchten wir nur Flug inkl. Gepäck und das bedeutete wirklich nur Flug. Haben der Frau im Reisebüro trotz nachfrage vertraut und wurden leider enttäuscht. Habe das Erlebnis kurz in meinem Reiseblog angeschnitten. 😉
    https://www.193challenge.at/193challenge-liste/domrep-bayahibe/

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