Wie wir in den USA dank Flixbus beim Mietwagen rund 500 Euro gespart haben

Seit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lieferketten-Problemen sind die Mietwagenpreise regelrecht explodiert. Während sich die Lage in Europa langsam etwas normalisiert, sind die Preise im Roadtrip-Land USA nach wie vor absurd hoch. Anfang März hatten wir euch unseren Spar-Tipp beim Booking präsentiert, ohne zu wissen, ob es wirklich funktioniert. Mit etwas Verspätung nun unser Erfahrungsbericht und der Check, ob das ganze heute immer noch so buchbar ist!

Als wir am 10. März in San Francisco ankamen, holten wir nicht – wie sonst eigentlich immer – unseren Mietwagen ab, sondern verbrachten erst mal zwei Nächte ohne Auto in der Stadt bevor wir mit dem Flixbus in die kalifornische Hauptstadt Sacramento fuhren, wo wir nach einer weiteren Übernachtung dann endlich unseren Mietwagen bekamen.

Der Grund für diesen seltsamen Mietwagen-Aufnahmeprozess: Eine Ersparnis von rund 500 Euro. Bei der nachfolgenden Beispielbuchung, die wir zum Zeitpunkt der Artikel-Recherche herausgesucht hatten, lag die Ersparnis sogar bei rund 800 Euro.


Für eine derartige Ersparnis kann man sich auch als eingefleischter Road-Tripper in einen Flixbus setzen, wenn denn alles so funktioniert wie gedacht…



Vorbereitung

Nachdem die zeitintensive Preis-Recherche abgeschlossen und die Entscheidung getroffen war, haben wir rund zwei Wochen vor Abflug bei billiger-mietwagen.de den Mietwagen reserviert.

Konkret:
– Anmietung bei Avis
– Abholung am 13. März um 11 Uhr in Sacramento (Stadt) [ACHTUNG: die Station schließt um 12 Uhr mittags]; Rückgabe am 27. März um 11 Uhr am San Francisco International Airport

Preis: 750,20 Euro inklusiver aller Versicherungen

Die gleiche SUV-Buchung ab San Francisco hätte etwa 1250 Euro gekostet.

Wir informierten uns natürlich auch über die Flixbus-Verbindungen, buchten aber erstmal nichts und flogen am 10. März aber dann tatsächlich ohne weitere Vorbereitung in die USA.



Workflow bei der Ankunft

Entgegen unseres normalen Ablaufs kamen wir in San Francisco an und mussten ohne Mietwagen zu unserem Downtown-Hotel kommen, welches wir eben aus Mobilitätsgründen gebucht hatten, um die kommenden zwei Tage auch ohne Mietwagen was von der Stadt sehen zu können. Dank unserem American Express-Reiseguthaben von 200 Euro konnten wir uns zwei recht günstige Nächte im etwas in die Jahre gekommenen, aber super gelegenen Hilton San Francisco Financial District für überschaubare 160 Euro leisten und bekamen wegen unserem Hilton-Status auch noch ein Room-Upgrade in ein Zimmer mit Traumaussicht.


Aus Faulheitsgründen orderten wir am Flughafen einen Uber, der uns nach kurzer Wartezeit recht zügig zu unserem Hotel brachte. Zusatzkosten gegenüber dem Mietwagen, die wir hier natürlich nicht unter den Tisch fallen lassen wollen: rund 30 Dollar.



Die Flixbus-Lösung

Wo, wann und wie oft Flixbusse verkehren, entnehmt ihr am besten der offiziellen Flixbus-Seite. Zum Zeitpunkt dieses Artikels gibt es vier tägliche Verbindungen von San Francisco nach Sacramento, im März war es genauso.

Wir buchten uns also einen Tag vor der Abfahrt zwei Flixbus-Tickets und zwei Gepäck-Tickets, welche aufgrund unserer großen Koffer natürlich nötig waren für den Nachmittags-Bus um 15 Uhr. Die Tickets druckten wir an einem Rechner in der Hotel-Lobby aus.

Kostenpunkt: 61,19 Dollar (für uns beide)

Am nächsten Tag verbrachten wir den Vormittag noch in der Stadt. Da wir mit den großen Koffern nicht komplett durch Downtown San Francisco rollen wollten, buchten wir uns wieder einen Uber, der uns 40 Minuten vor Flixbus-Abfahrt am Hotel abholte.

Kostenpunkt: rund 15 Dollar


Unsere Flixbus-Station lag etwas südlich von Downtown an der Ecke 5th/Townsend. Manche Flixbusse halten auch an der Ecke Hyde/Beach an der Fisherman’s Wharf, sowie in Daly City, was aber noch weiter außerhalb liegt.


Von da an war der Workflow denkbar einfach. Der Bus kam um kurz nach 15 Uhr, eine äußerst freundliche Busfahrerin stieg aus, checkte unsere Tickets, wir luden das Gepäck ein und durften einsteigen.

Der Bus selbst war nicht in der in Europa bekannten Flixbus-Lackierung, sondern schwarz-neutral lackiert. Der Innenraum war schon etwas abgerockt, aber für zwei Stunden Fahrtzeit vollkommen in Ordnung.


Dann startete die Fahrt, raus aus San Francisco, ein weiterer Halt in Oakland und dann auf die Interstate in Richtung Sacramento. Es war mal eine ganz neue Erfahrung die US-Landschaft an einem Busfenster vorbeifliegen zu sehen, anstatt selbst hinter dem Steuer zu sitzen.

Der Trip lief komplett problemlos und wir waren gute zwei Stunden später in der kalifornischen Hauptstadt angekommen.


Hier hatten wir via Hotwire.com das recht zentrale Sheraton Grand Sacramento bei einem 4-Sterne-Blind-Booking einigermaßen günstig buchen können, wo wir uns eincheckten und anschließend den Abend ein bisschen was von der Stadt anschauten, die definitiv nicht in allen Ecken wirklich einladend war.



Klappt der Rental Car-Pickup an der innerstädtischen Mini-Station?


Am nächsten Morgen checkten wir aus, ließen unser Gepäck aber noch im Baggage Storage unseres Hotels und machten uns zu Fuß auf den Weg zur 0,3 Meilen entfernten Mietwagen-Station an der 16th Street. Ein kleines, unscheinbares Gebäude mit einigen wenigen Autos davor. Keine Warteschlange, kein langes Suchen. Nach fünf Minuten hatten wir unseren Jeep Compass und waren ready to roadtrip!


Wir holten unser Gepäck im Hotel ab und starteten in die Wildnis…



Fazit unseres Flixbus-Sacramento-Mietwagen-Tricks

Zieht man unsere Uber-Fahrten und die Flixplus-Tickets von unserer Buchungs-Ersparnis von rund 500 Euro ab, landet man immer noch bei einem Plus von rund 400 Euro, die sich mit Parkkosten in San Francisco übrigens auch ganz schnell wieder auf 500 erhöht hätten.

Dank Uber, Online-Ticket-Buchung, Google Maps & Co war unsere Gabel-Mietwagen-Lösung eigentlich gar kein großer Aufwand. Wir konnten San Francisco entspannt ohne Parkplatz-Abfuck genießen, haben noch was von Sacramento gesehen und haben darüber jede Menge Geld gespart.




Das Wichtigste: Funktioniert der Mietwagen-Hack noch immer?

Ja, das ganze funktioniert noch immer. Allerdings muss man sagen, dass die Ersparnis bei aktuellen Buchungs-Versuchen nicht mehr ganz so groß ist. Wie immer hilft es, so viel wie möglich mit den Daten herumzuspielen, so finden sich meist die besten Angebote.

Ein direkter Vergleich für zwei Wochen (12.03. bis 26.03.) im März 2023 ergab eine deutliche Preisdifferenz bei den Midsize-SUVs. Links seht ihr den SUV-Preis für eine Abholung direkt am Airport von San Francisco, rechts das Angebot für die Sacramento-Lösung, welches noch exakt auf dem gleichen Preis liegt wie bei uns im März 2022. Immerhin fast 300 Euro Unterschied!


Fairerweise muss man an dieser Stelle aber anmerken, dass man mit ein wenig Flexibilität bei den Daten aber auch bei den großen Flughäfen wieder zumindest günstigere Angebote finden kann. Im Falle von San Francisco haben wir beispielsweise auch einige SUV-Angebote für 890 Euro gefunden. Das ist dann immer noch 140 Euro teurer als die Sacramento-Lösung, aber natürlich mit deutlich weniger Aufwand verbunden.

Es lohnt sich also weiterhin vor der Buchung ein bisschen auszuprobieren…




Und die Moral von der Geschicht‘?


Eigentlich relativ eindeutig, oder? Je flexibler ihr bei der Buchung seid und je mehr ihr mit Daten, Abholstationen etc. herumprobiert, desto größer ist die Chance günstige Lösungen zu finden. Das muss nicht immer klappen, aber in unserem Fall hat es im März diesen Jahres zu einer deftigen Ersparnis von fast 500 Euro geführt. Dafür ging unser Workflow mit der kurzen Flixbus-Etappe voll klar!

So angenem es war, einfach mal die US-Landschaft entspannt an uns vorbeifliegen zu sehen, so genial war es anschließend auch wieder, selbst hinter dem Steuer Platz zu nehmen und ohne Abfahrtszeiten, Tickets und feste Routen einfach so in die Wildnis durchzustarten. It just never gets old!


An der Stelle kommt ihr ins Spiel! Würdet ihr euch auch für eine Mietwagen-Ersparnis in einen Flixbus setzen? Bei welchem gesparten Betrag wäre eure Schmerzgrenze für das kleine Komfort-Downgrade? Habt ihr einen ähnlichen Trick womöglich auch schon ausprobiert?

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