Elektro-Road-Trip! Wir fahren mit einem Tesla Model 3 an die Nordsee

Dustin ist schon seit Jahren ein kleiner Tesla-Fanboy und verfolgt die Entwicklung von Elon Musks Auto-Imperium mit großem Interesse. Dementsprechend groß war der Wunsch auch mal selber in einem Model des kalifornischen Unternehmens Platz zu nehmen. An einem viel zu heißen August-Wochenende wollten wir es dann endlich wissen: Mit vier Leuten und vollem Kofferraum in einem Tesla Model 3 Standard Range Plus rund 365 Kilometer nach Den Haag.

>>> Wie wir an unseren Miet-Tesla gekommen sind, erklären wir euch HIER in einem gesonderten Artikel. <<<


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Hier soll es ausschließlich um die Experience unseres Wochenendes mit dem Auto gehen und wie es auf einer moderaten Langstrecke funktioniert hat. Dabei möchten wir auch erwähnen, dass wir komplette E-Auto-Neulinge sind und uns im Vorhinein nicht groß in die Lade-Problematik und die verschiedenen Anbieter eingearbeitet haben. Wir haben uns alle vier als relative 08/15-Bürger in einen Tesla gesetzt und sind mit ihm fast 1000 Kilometer gefahren, was die Erfahrung auch für andere Newbies relatable machen dürfte. Auch wichtig: das hier ist keine Kooperation und keine bezahlte Werbung, sondern einfach unsere Erfahrung mit dem Auto.

Das Tesla Model 3 Standard Range Plus kostet neu in unserer Ausführung zwischen 42.000 und 45.000 Euro und bietet eine angegebene WLTP-Reichweite von 409 Kilometern. WLTP steht dabei für Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure und soll eine zuverlässige, weltweit einheitliche Reichweitenangabe für Elektro-Fahrzeuge gewährleisten. Sind unsere 365 Kilometer nach Den Haag mit einer vollen Batterie also realistisch?

Naja, not really! In unserem Fall ist der Wagen vollbesetzt, der Kofferraum voll geladen und wir fahren im Hochsommer bei deutlich über 30 Grad. Hinzu kommt, dass das sowieso sehr langsame Aufladen an der heimischen 230V-Steckdose über Nacht nicht funktioniert hat (wir haben keine Ahnung warum). Im Endeffekt starten wir also ohne jegliche Erfahrungswerte mit einem etwa 65% vollen Akku Richtung Den Haag. Ganz wohl ist uns mit der nur gut halb vollen Akkuanzeige nicht wirklich zumute. Wo sollen wir laden? Wie lange wird das dauern? Werden wir es überhaupt zu einer Ladesäule schaffen?

Aber erst nehmen wir mal im futuristisch aufgeräumten Cockpit mit dem riesigen Bildschirm in der Mitte Platz. Hier findet alles rund ums Auto statt, es gibt so gut wie keine Knöpfe im Innenraum, selbst das Handschuhfach wird über Touchscreen-Befehl geöffnet. Das erfordert zweifellos für viele Fahrer Umgewöhnung, ist aber in der Ausführung und Designsprache doch irgendwie konsequent. Nach einigen Eingewöhnungsminuten finden wir uns im System auch schon ganz gut zurecht und geben schließlich unser Ziel im Navigationsmenü ein.

Wie man das halt so gewohnt ist, wird hier die Route berechnet und übersichtlich dargestellt. Zusätzlich rechnet das Model 3 auch sofort alle benötigten Ladestationen auf dem Weg in die Route ein und berücksichtigt dabei Werte wie die Durchschnittsgeschwindigkeit, die Außenbedingungen und auch das Höhenprofil der Route. Wir wissen sofort mit wie viel Rest-Reichweite wir am ersten Ladepunkt ankommen werden, wie lange wir dort laden müssen und wie der zweite Ladestopp ablaufen wird. Dabei rechnet das System lieber mehrere kurze Ladestopps als einen langen, denn Akkus auf 100% aufzuladen dauert bedeutend länger als nur bis 80%, womit man auch schon wieder ein gutes Stück kommt. So verlieren wir laut Navigationssystem pro Ladestopp maximal 15 Minuten. Eine „Toilettenpause“ an der Tankstelle mit kurzem Stopp im Shop ist meist auch nicht signifikant kürzer…

Bei den Ladepunkten verfügt Tesla als einziger E-Autohersteller über sein eigenes Ladenetzwerk, die sogenannten Supercharger. Weltweit gibt es mittlerweile 1804 (Stand Januar 2020) solcher Ladeparks mit insgesamt 15.911 Ladepunkten, viele davon mittlerweile auch in Europa. Ein Road Trip über den alten Kontinent ist mit dem engmaschigen Ladenetzwerk genauso möglich wie in den USA. Verschiedenen Quellen zufolge sind die Supercharger tatsächlich das engmaschigste Ladenetzwerk auf der ganzen Welt. Nachteil für alle anderen: bisher lassen sich nur Teslas am Supercharger laden. Alle anderen E-Autos müssen sich also mit anderen, oft deutlich komplizierteren Ladesäulen-Systemen begnügen. Seitens Tesla bestand wohl schon mehrere Male das Angebot an andere Autobauer beim Ladenetzwerk zu kooperieren. Bisher sind die entsprechenden Verhandlungen dazu leider immer gescheitert. Mittlerweile bauen die deutschen Autohersteller mit IONITY ihr eigenes Ladenetzwerk auf.

So, genug der (Tesla-)Theorie: Wie läuft unsere Fahrt denn nun im Praxistest ab? Zunächst sticht natürlich heraus, wie unglaublich leise ein Elektrowagen losrollt und die einzigen Geräusche, die man während der Fahrt wahrnimmt, sind letztendlich die Reifengeräusche auf der Fahrbahn, der Fahrtwind und das leise Rauschen der Klimaanlage. Motorensounds gibt’s nicht, weder bei Tesla noch bei jedem anderen Elektro-Fahrzeug. Es ist eine ganz neue Erfahrung plötzlich lautlos durch die Landschaft zu cruisen.

Nachdem wir nur gut halbvoll gestartet sind, zeigt uns das Tesla-Navi eine Ankunft am ersten Supercharger-Stopp mit 8% Rest-Akku an. Auch wenn wir in Belgien und den Niederlanden nicht schnell fahren können und damit recht sparsam unterwegs sein werden, ist uns das letztendlich zu knapp. Ein kurzer Blick ins Navi genügt und wir entdecken einen näheren Supercharger auf der Route. Wir besprechen uns kurz und sind uns dann einig: better safe than sorry und steuern den früheren Ladepark im belgischen Verviers an.

Auf dem Weg dorthin gewinnen wir noch den ein oder anderen Reichweiten-Kilometer. Das funktioniert bei Elektro-Autos über das sogenannte Rekuperieren. Statt zu bremsen, nimmt man einfach den Fuß vom Gaspedal und das Fahrzeug bremst sofort ab. Dieser Vorgang geht nicht zu Lasten der Bremsen, sondern funktioniert wie ein Dynamo am Fahrrad. Durch das Rekuperieren gewinnt man Strom, der wieder in den Akku zurückfließt. Bei unserem Model 3 hat das so gut funktioniert, dass wir die normale Bremse so gut wie gar nicht mehr genutzt haben und einfach nur noch rekupiert haben, wenn wir abbremsen mussten, in Fachkreisen nennt man das „One Pedal Driving“. Das ist einer der Gründe, warum es in der Elektromobilität deutlich weniger Verschleißprobleme gibt, die Bremsbeläge halten durch die Rekuperation beispielsweise deutlich länger.

Eine knappe Stunde später erreichen wir die Supercharger in Verviers etwa 5 Fahrminuten von der Autobahn entfernt. Die Standorte orientieren sich immer an den Hauptrouten und sind entsprechend nah positionert, mal bei Geschäften, mal bei Hotels, mal bei Restaurants. In unserem Fall fahren wir auf einen großzügigen Hotel-Parkplatz und sehen die weiß-roten Ladesäulen schon aus der Ferne. Schnell den Tesla rückwärts einparken, Ladeklappe hinten links auf, Kabel von der Säule lösen und ins Auto stecken. Fertig, der Wagen lädt.

In unserem Fall dank der Mietbedingungen bei UFODRIVE sogar völlig kostenlos. Besitzer eines Model 3 müssen für den Strom bezahlen, in Deutschland sind das derzeit (Stand August 2020) 33 Cent pro kWh, in Belgien 0,28 kWh. Die Preise variieren entsprechend dem Strompreis. Vor Ort bezahlen oder eingeben muss man dabei nichts, die Ladesäule kommuniziert mit dem Tesla und regelt quasi alles über euer Tesla-Konto beziehungsweise in unserem Fall mit der Mietwagenfirma.

Wir haben ein bisschen Zeit, unseren Wagen zu inspizieren und finden auch recht schnell die oft kritisierten Verarbeitungsmängel. Die Spaltmaße in der Karosserie variieren an mehreren Stellen, der Lack ist teilweise ungleichmäßig aufgetragen, einige Gummiabdichtungen an den Türen sind bemerkenswert zusammengeschustert und auch der Innenraum hält nicht überall die Qualität, die die hochwertige, aufgeräumte Optik auf den ersten Blick verspricht. Ob man dies bei einem Auto mit Einstiegspreisen um die 42.000 Euro verzeiht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Nach 15-20 Minuten ist unser Akku von 20% auf fast 70% geladen und wir haben mehr als genug Saft um zu unserem nächsten Supercharger zwischen Antwerpen und Den Haag zu fahren. Wir stellen eigentlich alle fest, dass der kurze Ladestopp kaum gestört hat. Wir konnten uns kurz die Beine vertreten und schon konnte es weiter gehen.

200 Kilometer mit Autopilot

Also wieder zurück auf die Autobahn, wo wir den berühmt-berüchtigten Autopilot austesten. Jeder neue Tesla ist mit 8 Kameras, Radar und Ultraschallsensoren und einem leistungsstarken Chip ausgestattet, der theoretisch autonomes Fahren ermöglicht. Auch wenn die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, verfügen alle aktuellen Modelle bereits über die nötige Hardware. Im Falle des serienmäßig verbauten Autopiloten, den man AUF KEINEN FALL WORTWÖRTLICH NEHMEN SOLLTE , ist dies ein recht smoother Spurhalteassistent mit Tempomat und Abstandsregler. Konkret heißt das: wir stellen auf der Autobahn unsere Wunschgeschwindigkeit ein und der Autopilot hält uns in der Spur, bremst automatisch, wenn ein langsamerer Vordermann auftaucht und beschleunigt anschließend, sobald die Bahn wieder frei ist. Die Option für „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ lässt sich beim Autokauf für 7500 Euro dazubuchen, die dann bereits jetzt vollautomatisch dem Navigationssystem über Autobahnen und Autobahnkreuze folgt, automatisch die Spuren auf der Autobahn wechseln kann, automatisch einparkt und das Auto aus einer Parklücke automatisch zum Fahrer kommen lässt. In naher Zukunft soll Ampel-/Stoppschilderkennung mit entsprechender Anhalt-/Anfahrautomatik und damit automatisches Fahren innerorts hinzukommen. Was da in Zukunft möglich sein wird, zeigt beispielsweise dieses Video, in welchem ein Model 3 sich vollautomatisch durch die Bay Area navigiert und bewegt:

Wir haben in unserem Mietwagen nur den normalen Autopiloten inklusive. Wir betätigen zweimal die Fahrmodus/Tempomat-Wippe, ein akustisches Signal ertönt und der Autopilot übernimmt die Arbeit mit der einzigen Einschränkung, dass er die Fahrerhände zur Sicherheit immer am Lenkrad haben will. Abgesehen von Spurwechseln (die nur die teurere Ausstattungsvariante beherrscht) chauffiert uns der Autopilot fast 200 Kilometer auf diesem Trip ohne jegliche Probleme. Natürlich sollte man unbedingt aufmerksam bleiben, denn zum aktuellen Zeitpunkt ist der Tesla Autopilot nichts anderes als ein recht gut ausgereiftes Assistenzsystem. Auf Wunsch nimmt einem das Auto dennoch unheimlich viel Arbeit ab, was auf längeren Fahrten – wie sie bei Road Trips unheimlich oft vorkommen – extrem angenehm ist. Der Vollständigkeit halber sei hier gesagt, dass auch viele andere Automarken die Spurhalte-/Abstandhalte-Assistent-Geschichte bereits gut draufhaben. Beim tatsächlichen autonomen Fahren könnte Tesla aber durchaus eine Vorreiterstellung einnehmen, da bereits jetzt über eine Million Teslas auf den Straßen dieser Welt unterwegs sind und über ihre Kameras Daten für die Autopilot-K.I. sammeln. Es wird für alle anderen sehr schwer werden, diesen Daten-Vorteil aufzuholen.

Wenn man dann doch mal komplett selbstbestimmt fahren will, bietet auch das kleinste Model 3, mit welchem wir unterwegs sind, dank 225kW (306 PS) Leistung genug Reserven für beeindruckende Zwischenspurts. Der große Elektro-Vorteil ist die Instant-Beschleunigung, die einen auch beim Standard Range Plus-Model mit jedem Druck auf’s Gaspedal regelrecht in den Sitz drückt. In 5,6 Sekunden ist das Model 3 von 0 auf 100, so schafft man es in der Stadt aus dem Stand in jede Verkehrslücke. Das macht bei Bedarf natürlich irre Spaß, wird im realen Verkehrsalltag aber dennoch eine eher untergeordnete Rolle spielen. Wer dauerhaft schnell fahren will, kommt mit jedem Elektroauto recht schnell an seine Grenzen. Unser Model 3 schafft zwar die 200 Stundenkilometer, aber die Reichweite schrumpft bei derartigen Geschwindigkeiten rasant auf unter 100 Kilometer zusammen.

Auch der zweite Ladestopp im niederländischen Dordrecht verläuft entspannt und ist aufgrund der Nähe zum Zielort noch kürzer als der erste. 10 Minuten und weiter geht’s nach Den Haag. So haben wir insgesamt auf eine Strecke von knapp 400 Kilometern rund 30-40 Minuten ins Laden investiert.

Laden beim Hotel? Fehlanzeige!

In Den Haag hatten wir zwei Zimmer im Mövenpick-Hotel im Stadtzentrum gebucht. Da Anfang August quasi alles an der niederländischen Nordsee fast ausgebucht und damit absurd teuer war, bot das schicke Stadthotel die für unser Empfinden beste Preis-Leistung und verfügte zusätzlich über Elektro-Ladeplätze in der Tiefgarage. Ein dicker Pluspunkt also für unseren Tesla-Roadtrip. Abends Auto abstellen, morgens vollgeladen losfahren! Viel komfortabler geht’s ja eigentlich nicht, oder? …

Wie das Bild schon deutlich zeigt: Die Ladeboxen in der Tiefgarage sind belegt als wir ankommen. Nicht etwa durch andere E-Autos, sondern durch klassische Verbrenner. Auf Nachfrage bei der Rezeption des Mövenpick Hotels heißt es, dass man da leider nichts machen könne und wir froh sein können, überhaupt einen Platz in der Tiefgarage bekommen zu haben. Für 25 Euro Parkgebühr pro Nacht ein ziemlich uncooles Statement, schließlich haben wir uns eigentlich auf die Lademöglichkeit am Hotel verlassen und es unter anderem deswegen gebucht.

Glücklicherweise sind wir mit einem noch recht komfortablen Akku-Polster unterwegs und lassen unser Model 3 dann eben auf einem normalen Tiefgaragen-Parkplatz „übernachten“ und planen stattdessen eine kurze Morgen-Session am Den Haag Supercharger ein. Spätestens zu diesem Zeitpunkt merken wir aber, wie groß die Probleme mit der Lade-Infrastruktur noch sind. Mit jedem anderen Elektro-Auto hätten wir uns nun am nächsten Morgen auf die Suche nach Ladesäulen machen müssen, von denen wir nicht sicher gewusst hätten, ob wir dort überhaupt laden können, denn nicht selten muss man registriert sein, braucht eine spezielle NFC-Karte des Anbieters oder die passende App. Klar, das ist in der heutigen Zeit mit kostenlosem Roaming auch kein unüberwindbares Problem, kostet aber enorm viel Extrazeit, die man mit einem Verbrenner natürlich nicht einplanen müsste.

Aufstehen, Frühstück, Supercharger!

Da sich an der Situation in der Hotel-Tiefgarage auch über Nacht nichts mehr geändert hat, checken wir nach reichhaltigem Frühstück im Mövenpick Hotel aus und verlassen unseren Parkplatz ohne Ladestation unfassbar leise surrend in Richtung Supercharger, der rund 10 Minuten außerhalb des Stadtzentrums liegt.

Entsprechend schnell sind wir vor Ort, parken ein, „Tankdeckel“ auf, Kabel rein und die Kiste lädt. Der Workflow passt, wir vertreten uns ein paar Minuten die Beine, nach 15 Minuten sind wir voll genug und starten zum Strand etwas außerhalb der Stadt.

Der Betrieb, den wir am Vorabend auch in Den Haag beobachtet haben, zeigt sich auch heute am Strand, allerdings etwas gemäßigter. Ein bisschen geschockt sind wir trotzdem von den kaum beachteten Corona-Schutzmaßnahmen der Niederländer sowie der Touristen. Spaß macht es trotzdem, mal ein bisschen aus den eigenen vier Wänden heraus zu kommen und am Meer zu entspannen.

Knappe Rückfahrt

Für die Rückfahrt, an deren Ende wir unseren Miet-Tesla um 22 Uhr wieder am Flughafen Luxemburg abgeben müssen, haben wir rund 6 Stunden veranschlagt. Als normale Fahrtzeit werden uns knapp 5 Stunden angezeigt. Der Tesla rechnet mit zwei kurzen Ladestopps, einmal vor Eindhoven und dann wieder bei Verviers. Wir lassen wieder den Autopilot die meiste Arbeit machen und kommen tiefenentspannt vorwärts.

Beim Laden in Verviers merken wir aber doch, dass unser Zeitplan recht knapp kalkuliert war. Für eine Essenspause bleibt nicht mehr wirklich Zeit und als wir dann auch noch eine nicht im ansonsten sehr gut informiertem Navi verzeichnete großflächige Umleitung fahren müssen, beginnen wir zu zweifeln, ob wir es rechtzeitig bis 22 Uhr schaffen. Auch der Akku beginnt langsam im unteren Viertel zu operieren und wir werden ein wenig unruhig. Das Navi scheint aber weiterhin zuversichtlich, dass unsere Reichweite ausreicht und wir rechtzeitig ankommen werden.

Als wir um 21.50 Uhr mit rund 18 Prozent am Flughafen Luxemburg ankommen, atmen wir erst mal durch. Das Navi hat Recht behalten, aber wir haben gemerkt, dass die Elektromobilität gerade unter Zeitdruck doch zum Flaschenhals werden kann. Mit etwas Umgewöhnung ist das aber trotzdem kein Totschlag-Argument.

157 Kilogramm CO2 und unser Fazit

Nach Abgabe unseres Mietvorgangs zeigt uns die UFODRIVE-App an, das wir auf rund 950 gefahrenen Kilometern beachtliche 157 Kilogramm CO2 eingespart haben, ohne das wir dafür nennenswerte Komfort-Abstriche machen mussten. Ganz im Gegenteil sogar: als wir am Flughafen Luxemburg wieder in unseren Diesel-Van steigen, merken wir erst, wie smooth und leise der Tesla eigentlich war und wie entspannt wir die Distanz von fast 1000 Kilometern zurückgelegt haben.

Haben die Ladestopps genervt? An den Tesla-eigenen Superchargern lief der Prozess komplett easy und superschnell, es dauerte kaum länger als Tanken mit einem kurzen Toilettenstopp. Die Situation an den beworbenen E-Parkplätzen im Mövenpick Hotel hat jedoch auch gezeigt, dass man sich abseits des Supercharger-Netzwerks sehr wohl auf Probleme einstellen muss und immer an genug Restreichweite denken sollte, wenn man mit einem E-Auto unterwegs ist. Im Tesla sorgte das Wissen über das ziemlich perfekte Supercharger-Netzwerk für den nötigen Peace of Mind und hat unsere Reichweiten-Ängste bereits nach dem ersten Ladestopp im Wind zerstreut. Ein Road Trip im Tesla können wir uns jederzeit wieder vorstellen.

Der Nordsee-Trip im Model 3 verlieft nicht zu 100% probemlos, aber der Tesla präsentierte sich erstaunlich Road Trip-tauglich.


In jedem anderen E-Auto wären wir vermutlich ein gutes Stück weniger entspannt gewesen und hätten uns deutlich besser vorbereiten und informieren müssen. Versteht uns nicht falsch: auch in anderen E-Autos sind solche Trips definitiv möglich, zahlreiche Videos und Erfahrungsberichte im Netz beweisen das eindrücklich. Außerdem verbessert sich die Situation quasi im Wochenrhythmus, die Infrastruktur wird besser, die Ladesysteme langsam aber sicher unkomplizierter. Verrückt ist einfach nur, dass dies bei Tesla bereits jetzt gegeben ist und alle anderen Hersteller und Stromanbieter noch ihren Weg irgendwie finden müssen.Dabei muss aber auch nochmal deutlich gesagt werden, dass das Tesla Model 3 beileibe kein perfektes Auto ist. Eigentlich ist es fast schade, dass dieser Wagen die ziemlich unangefochtene Speerspitze der Elektromobilität darstellt, denn die Verarbeitungsmängel sind auch 3 Jahre nach Erscheinen noch vorhanden, nicht alles läuft rund und irgendwie fühlt man sich mit dem Autopiloten, der permanent Daten sammelt, wie ein unbezahlter Beta-Tester. Da ist also durchaus noch viel Spiel nach oben in Elon Musks Elektro-Imperium. Schon jetzt wird das Auto dank ständiger „Over-the-Air“-Updates aber im Monats-Rhythmus verbessert, was dann wieder ein Novum in der Autoindustrie darstellt. Die Innovationspower der Marke ist dann doch wieder gewissermaßen einzigartig.


Wie sieht es mit euch aus? Könnt ihr euch vorstellen, einen Road Trip mit einem Elektro-Auto zu starten oder seid ihr vielleicht schon Elektro-Auto gefahren? Was haltet ihr von Tesla?

Kleine Empfehlung zum Abschluss: Die Youtuber felixba , jonah plank und Techniklike sind dieses Jahr mit einem Tesla Model 3 und einem Diesel-SUV bis zum Nordkap, also dem nördlichsten Punkt Europas, geroadtript. Ihre Erfahrungen haben sie in einer 2-stündigen Youtube-Doku zusammengefasst.

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