Moki Dugway & Muley Point – Die vielleicht beste Aussicht auf das Monument Valley

Das Monument Valley ist vielleicht eine der ikonischsten Landschaften des amerikanischen Südwestens und gehört zu jeder vernünftigen Westcoast-Route dazu. Nicht selten sind die beeindruckenden Tafelberge der östlichste Punkt vieler Rundtouren. Wer sich nur einige Meilen weiter nach Osten vortastet, kann allerdings ein weiteres Wild-West-Juwel entdecken, welches im wahrsten Sinne des Wortes nochmal ganz neue Perspektiven auf die Colorado-Plateau-Hochebene bietet, aus welcher sich die imposanten Tafelberge erheben.

Der Moki Dugway ist eine Dirt Road, die Teil der Utah State Route 261 ist und in den 1950er Jahren für Lkw-Transporte von der Happy Jack Mine im Fry Canyon erbaut wurde und dabei die Abbruchkante des Cedar Mesa-Pleateaus überwinden muss. Konkret bedeutet das einen Höhenunterschied von rund 330 Metern an einer fast senkrecht abfallenden Steilwand. Schon von unseren Dirt Road-Abenteuern im Wild West Wonderland Moab sollte bekannt sein, wie man derartige Probleme im Wilden Westen löst: nämlich mit einer haarsträubenden Serpentinen-Führung mit scharfen Kurven und schwindelerrgenden Abgründen.

Ja, der Moki Dugway bietet durchaus ein wenig Nervenkitzel, ist aber trotzdem nicht mit seinen Dirt-Road-Brüdern beim Canyonlands National Park zu vergleichen. Schließlich wurde das abenteurliche Serpentinen-Konstrukt für den Lkw-Verkehr gebaut und ist dementsprechend deutlich breiter, besser befahrbar und generell ohne gefährliche Felsstufen oder Sandbänke. Wer sich auf den Moki Dugway wagt, kann sich also vor allem auf die Streckenführung konzentrieren und muss sich nicht allzu krasse Sorgen um den Fahrzeug-Unterboden machen. Entsprechend ist auch kein High Clearance-Fahrzeug wie ein SUV nötig, wir sind den Moki Dugway auch schon selbst mit einem Toyota Corolla gefahren. Nichtsdestotrotz muss man natürlich auch hier darauf hinweisen, dass bei einem klassischen Mietwagen der Versicherungsschutz abseits geteerter Straßen erlicht. Auch wenn das Risiko von Fahrzeug- oder Reifenschäden am Moki Dugway wohl eher gering ist, solltet ihr euch trotzdem der Möglichkeit bewusst sein, dass es passieren könnte und ihr dann unter Umständen selbst für die Schäden haften müsst.

Der Moki Dugway lässt sich auf verschiedene Weisen in US-Routen integrieren. Wenn ihr vom Monument Valley kommt, könnt ihr ihn als kleine Extension einbinden, wonach ihr wieder zurück fahrt. Oder ihr fahrt über die Colorado River-Brücke in Hite weiter nach Norden in Richtung Capitol Reef National Park, oder ihr streckt eure Fühler in Richtung Moab aus, welches ebenfalls von hier ohne große Umwege zu erreichen ist. Andersrum funktioniert das ganze natürlich genauso. In jedem Fall stellt der Moki Dugway eine Bereicherung in jeder Westcoast-Route dar, da er nicht nur eine Brise Abenteuer, sondern auch ganz neue Perspektiven auf das südliche Utah ermöglicht.

Auch im Winter ist der Moki Dugway befahrbar, allerdings sollte man dann noch deutlich vorsichtiger unterwegs sein.

Zur Straße selbst gibt es dabei gar nicht mehr so viel zu sagen. Nehmt euch Zeit, fahrt vorsichtig und genießt die Aussicht an den verschiedenen Stopps auf der Serpentinen-Strecke! Wenn ihr von unten kommt, entfaltet sich nach jeder Kurve ein gigantischeres Panorama, wenn ihr von Norden auf den Moki Dugway stoßt, startet ihr direkt mit der Bombenaussicht auf die gesamte Hochebene des Colorado Pleateau.

Noch beeindruckender wird es, wenn ihr euch oben angekommen auf die doch etwas buckligere Dirt Road zum Muley Point wagt.


Muley Point

Solltet ihr in einem SUV mit High-Clearance (also basically fast jeder Midsize SUV) unterwegs sein, könnt ihr am Rand der Abbruchkante auf die Muley Point Road abbiegen. Die kleinen Felsstufen, Waschbrett-Muster und kurze Sand-Passagen der etwa 5 Meilen lang Dirt-Road sind eigentlich gut machbar, mit einem Sedan oder ähnlichem würden wir es nicht unbedingt empfehlen. Wir haben es 2014 mit einem Toyota Corolla ausprobiert und das Vorhaben relativ schnell abgebrochen, weil es uns zu unsicher wurde. Auch ist die Muley Point Road nicht unbedingt stark frequentiert, wer hier liegen bleibt, hat unter Umstände ein Problem.

Wer sich traut, gelangt über die Strecke zum Muley Point, der direkt an der Abbruchkante des Cedar Mesa-Plateaus liegt und eine der beeindruckendsten Aussichten des US Südwestens am Start hat. Direkt vor der Steilwand entfaltet sich das dunkle Schluchtengewirr des San Juan Rivers, welches man im 300 Meter tiefer liegenden Goosenecks State Park genauer erkunden kann.

Und am Horizont türmen sich die Fels-Monolithen des Monument Valley auf, welches Luftlinie rund 30 Kilometer entfernt liegen dürfte. Die gewaltigen Tafelberge, die sich bis zu 300 Meter aus dem Colorado-Plateau erheben, wirken vom Muley Point aus wie kleine Spielzeug-Formationen. Wer vorher im Monument Valley war, weiß aber natürlich was für ein gigantischer Anblick die Felskolosse sind, wenn man unmittelbar davor steht. Der Muley Point rückt die zuvor gesammelten Eindrücke in eine andere Perspektive und unterstreicht diese unendliche Weitläufigkeit des Wilden Westens, diese kaum greifbaren Dimensionen. Es hat fast etwas Göttliches, wenn man von dort oben auf die weite Ebene herunterblickt, die ihrerseits wieder von kleineren Naturwundern durchzogen ist, die für sich schon eigene „Attraktionen“ im Südwest-Reiseplaner darstellen. Gleichzeitig sorgt die Abgeschiedenheit für ein entlegenes Gefühl. Am Muley Point wird man zum stillen Beobachter des Wilden Westens, wo selbst die ikonischsten Formationen zur Miniatur-Silhouette werden.


Der Moki Dugway ist ein immer noch eher unbekanntes Südwest-Highlight, welches sich ohne allzu große Probleme in Westcoast-Routen einbauen lässt, wenn man sowieso schon bis zum Monument Valley gefahren ist. Wer die über 300 Meter hohe Steilwand des Cedar Mesa-Plateaus in den teils haarsträubenden Dirt Road-Serpentinen bezwungen hat, bekommt einen Ausblick, der die Monument Valley-Ebene in eine ganz neue Perspektive rückt und die faszinierende Weite des amerikanischen Wilden Westens untermauert, wie nur wenige andere Aussichtspunkte.

Fun Fact: Der Moki Dugway diente auch schon als Location für den B-Actioner «Chill Factor» mit Cuba Gooding Jr.. Auf der Serpentinenstrecke geraten die beiden Hauptdarsteller in eine haarsträubende Verfolgungsjagd. Einen großen Wurf solltet ihr bei dem Streifen aber nicht erwarten, geboten wird ein flottes Action-Road-Movie mit mehr oder weniger treffsicheren Onelinern ohne großen Tiefgang.


Habt ihr den Moki Dugway schonmal befahren? Auf welche Route habt ihr ihn in eure Planungen integriert? Und wer war schonmal am Muley Point?


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