One Day in New York – Unsere verrückteste Umsteige-Story

Wir hatten bei unserer ersten großen Reise die verrückte Idee, nur einen einzigen Tag in New York zu verbringen…

New York an einem Tag war die bisher vielleicht verrückteste Idee, die wir auf einer Reise umgesetzt haben. Anstatt mit einem 2-Stopp-Flug Richtung Westküste unzählige Layover-Stunden an Airports zu verbringen, hatte Tamy den genialen Einfall, einen dieser Zwischenstopps künstlich in die Länge zu ziehen und daraus einen Mini-Aufenthalt in Manhattan zu machen. Klar braucht New York eigentlich mehr Zeit, aber wenn man schon mal die Möglichkeit hat, es quasi unter der Hand mitzunehmen…


Kennt ihr schon unsere anderen „One Day in“-Artikel?

>> One day in L.A. – Unsere 3 Top-Routen <<

>> Travel-Shortie: Für einen Tag ins Disneyland Paris <<



>> Da der Trip mittlerweile schon vier Jahre zurückliegt, sind die Bilder nicht ganz auf dem gewohnten Level. Wir hoffen, ihr könnt uns das angesichts der verrückten Story nachsehen.


Buchung

Wer günstig an die Westküste der USA oder zu Zielen in Mittel- und Südamerika will, wird oft mit abenteuerlichen 2-Stopp-Flügen konfrontiert, die lange Aufenthalte an Airports voraussetzen. Oft kann man aber bei der Buchung tricksen und die Zwischenstopps einer normalen Hin-/Rückflug-Buchung in der Multi-Stopp-Maske ausdehnen.

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Wenn erstere euch beispielsweise wie in unserem Fall…

Luxemburg (> Paris) > New York > San Francisco

…für den Hinflug ausspuckt, versucht ihr stattdessen folgendes:

Luxemburg (> Paris) > New York und als zweite Etappe New York > San Francisco

Der Abstand zwischen beiden Etappen darf meist nur maximal 24 Stunden betragen, da die Airline die Strecke innerhalb dieser Zeit noch als eine zusammenhängende Verbindung anbieten darf. Längere Aufenthalte kosten für die Passagiere in der Regel deutlich mehr Geld, eine derartige 2-Etappen-Buchung ist für ungefähr den gleichen Preis zu haben, wie die durchgängige 2-Stopp-Buchung.

Grundsätzlich gilt aber: das funktioniert nicht immer. Spielt – soweit möglich – mit unterschiedlichen Flugdaten herum. Umso flexibler ihr seid, desto größer sind die Erfolgschancen.

Im Falle New York solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr vom gleichen Airport weiterfliegt, wie von dem wo ihr angekommen seid. Da die Stadt mit dem John F. Kennedy-Airport (JFK), dem Newark Airport (EWR) und dem LaGuardia-Airport (LGA) über drei große Flughäfen verfügt, müsst ihr bei der Buchung besonders aufmerksam sein.

Wie das Beispiel sah auch tatsächlich unsere Buchung aus. Wir würden von Luxemburg über Paris nach New York fliegen, dort abends ankommen und am nächsten Abend weiterfliegen. Somit hatten wir eine Übernachtung und dann ungefähr 9-10 Stunden Zeit für die Mega-Metropole.


Hotel

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​Bei später Ankunft wie bei uns ist eine Unterkunft in direkter Airport-Nähe empfehlenswert, die auch in der Regel durch den 24-stündigen Shuttle-Service optimal angebunden sind. Das ist von Vorteil, da man vom Airport in der Regel besser in die Stadt und wieder zurück kommt, als von einem entlegenen Hotel.


Gepäck

Was macht man am besten mit einem Riesenkoffer, den man natürlich nicht durch halb Manhattan ziehen will? Hier bieten der JFK International Aiprort als auch Newark International Airport sog. Baggage Storage-Schalter, bei denen man sein Gepäck für rund 10$/Tag abgeben kann.

>JFK Baggage Storage< 

>Newark Baggage Storage<

In unserem Fall haben wir unser Gepäck schon am Ankunftsabend beim Baggage Storage abgegeben und sind nur mit entsprechend präpariertem Handgepäcks-Rucksack zum Hotel gefahren. Erst vor dem eigentlichen Check-In zum Weiterflug haben wir unsere Koffer am nächsten Tag wieder abgeholt.



Der Weg in die Stadt

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Trotz diverser möglicher Shuttle-Services in die Stadt haben wir uns für eine AirTrain-Subway-Kombination entschieden. Der JFK Airport verfügt über den sogenannten Airtrain, welcher Terminals und Mietwagenstationen/Shuttle-Bus-Bahnhof (Federal Circle) miteinander verbindet und darüberhinaus ans New Yorker-U-Bahn-Netz anschließt.

Auf dem Flughafen-Gelände ist der Service komplett kostenlos, wer zu den U-Bahn-Stationen Howard Beach oder Jamaica Central will, bezahlt am Ende der Fahrt 5$. Von da geht’s dann für 2,50$ (Preis jeder Subway-Fahrt, egal wie weit) Richtung Manhattan.

Wenn ihr Newark anfliegt, gibt es ähnliche Angebote.



Zeitplanung

Ein solches Unternehmen funktioniert nur, wenn man am nächsten Morgen früh nach Manhattan aufbricht. In unserem Fall ging der Anschlussflug gegen 19 Uhr, das heißt um spätestens 17 Uhr wollten wir wieder beim JFK Airport sein, wo wir ja auch noch unser Gepäck wieder beim Baggage Storage abholen mussten. Um genug Zeitpolster zu haben, wollten wir spätestens gegen 16 Uhr den Rückweg zum Flughafen antreten…das bedeutet uns blieben vom Zeitpunkt des ersten Wecker-Alarms um 6 Uhr und der anschließenden Fahrt ins Stadtzentrum ungefähr 9 Stunden, um die Stadt zu erkunden…ist das überhaupt möglich?


Was will ich sehen?

Bei einem derart knappen Zeitfenster ist es natürlich enorm wichtig, sich im Vorhinein einen klaren Plan zurechtzulegen, was man in der kurzen Zeit sehen will und selbigen mit dem Subway-Plan abgleichen, so dass man bei Ankunft in Manhattan sofort weiß, wo man hin muss. In unserem Fall war das die Staten Island Ferry und das WTC Memorial, dann mit der Subway zum Times Square & Central Park, bevor es erneut mit der U-Bahn wieder langsam Richtung JFK Airport ging mit einem kurzen letzten Stopp am Fuße der Brooklyn Bridge. Ob das alles klappt?


Die Umsetzung

Es ist 6 Uhr, unser Wecker klingelt in einem seelenlosen Hotel-Kasten direkt am John F. Kennedy-Airport in New York. Gestern Abend sind wir um 23 Uhr aus Luxemburg über Paris kommend gelandet. Eigentlich würden wir uns lieber nochmal umdrehen, aber vor uns liegt ein Reise-Experiment, von dessen Erfolg wir selber noch nicht überzeugt sind: New York in 10 Stunden.

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Nun stehen wir mit dem nötigsten im Handgepäck in den Startlöchern und checken in aller Herrgottsfrühe aus unserem Hotel aus. Wir wollen möglichst schnell und günstig nach Manhattan. Die meisten Airport-Hotels bieten einen kostenlosen Shuttle-Service, der die Gäste zurück zum Flughafen bringt. Den nutzen wir, um dann schnell in den Airport-eigenen Airtrain umzusteigen, der uns zur nächsten U-Bahn-Station (Howard Beach Station oder Jamaica Station) bringt. Von beiden Optionen geht’s für 2,50$ Richtung Manhattan, bis man dann dort ist sollte man ungefähr eine Stunde einkalkulieren.

Es ist 8 Uhr.

Wir erreichen Manhattan! Das Erlebnis hier zum ersten Mal aus der U-Bahn an die Oberfläche zu kommen ist mit Worten nicht zu beschreiben und einfach unvergesslich. Man fühlt sich zwischen all diesen nicht enden wollenden Glastürmen im Financial District, wo die gelben Taxis im Sekundentakt hupend vorbeifahren und überall geschäftiges Treiben herrscht, wie in einer überdimensionalen Filmkulisse. Wir machen uns nach dem anfänglichen Staunen zügig auf den Weg Richtung Staten Island Ferry. Unser Tag ist straff durchgeplant, um in möglichst wenig Zeit möglichst viel von New York mitnehmen zu können. Besagte Fähre ist unglaublicherweise komplett kostenlos und pendelt ununterbrochen zwischen Manhattan und Staten Island.

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Die rund 8 km lange Strecke durch die Upper Bay führt praktischerweise recht nah an der Freiheitsstatue dabei und ist damit ein günstiger Ersatz für die teuren Touri-Touren zum Wahrzeichen selbst. Mit Betreten der Fähre sichern wir uns gleich einen Platz an der Reling und halten die Kameras bereit, um die langsam vorbeiziehende Skyline von New York und wenig später Lady Liberty abzulichten. Ein unwirklicher Moment!

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Nach einer knappen halben Stunde kommen wir wie geplant auf Staten Island an und können praktischerweise direkt wieder in die Fähre zurück einsteigen, die auch umgehend losfährt. Das kommt unserem heutigen Zeitplan natürlich zu Gute, denn schon jetzt bleiben uns nur noch 6 Stunden, bevor wir die Rückfahrt zum Flugplatz starten müssen. Da der Flug um 19 Uhr geht, haben wir 90 Minuten Airport-Time für Einchecken, Security & Co berechnet und etwa 90 Minuten für die Anreise zum Flughafen.

10 Uhr

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Wieder in Manhattan angekommen geht es für uns Richtung 9/11-Memorial, welches uns im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlägt. Während das brandneue WTC One in vollem Glanz erstrahlt, tun sich vor uns diese 2 gigantischen Löcher auf, die die Umrisse der eingestürzten Twin Towers bildeten. Der gesamte New York-Hype reduziert sich plötzlich auf dieses bedrückende Gefühl, dass hier fast 3000 Menschen gestorben sind in einem unendlich sinnlosen Terroranschlag. Man muss den New Yorkern größten Respekt für dieses gigantische und dennoch angenehm subtile und vor allem enorm stimmige Memorial zollen. Hier wird ohne Hurra-Patriotismus und auch ohne Darstellung von Feindbildern einfach nur mit 2 riesigen Löchern in einer zurückhaltenden Park-Anlage der tausenden Opfer gedacht, die hier sinnlos sterben mussten.

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Die Besucher verhalten sich trotz großem Andrang glücklicherweise ebenso respektvoll. Für das 9/11-Museum fehlt uns leider die Zeit, auch weil die Warteschlange schon davor gigantisch ist. Schweigend spazieren wir durch die Menschenmassen, vorbei an den Grundrissen der Twin Towers dem WTC One zugewandt…und irgendwie ist es ein erhabenes Gefühl zu sehen, wie schnell sich diese Stadt von diesem Jahrhundertereignis erholt hat.

12 Uhr

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Mit der U-Bahn geht’s für uns weiter zum Times Square, der bei Tageslicht nicht mal ansatzweise so bombastisch rüberkommt, wie man das aus zahlreichen Filmen und Dokumentationen kennt. Wir sind recht schnell genervt von den unendlichen Menschenmassen, dem Lärm, den Baustellen, so dass wir uns erstmal in ein klassisches Deli in einer Seitengasse verziehen und zu Mittag essen.

13:30 Uhr

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Gestärkt geht es dann weiter zum Nordrand des Central Parks. Aus Zeitgründen können wir die gigantische grüne Lunge Manhattans natürlich nur ganz grob anreißen, aber wir sind auf Anhieb begeistert von der hügeligen Grün-Anlage mit vielen Felsen, Bäumen und Seen.

Der 350 Hektar große Park ist ein ursprüngliches und unberührtes Juwel im Großstadtdschungel und fasziniert mit verschlungenen Wegen, urtümlichen Fels-Hügeln und natürlich gewachsenen Bäumen. Auch wenn wir sie eigentlich nicht haben, nehmen wir uns mehr Zeit als geplant, die gegensätzliche Szenerie auf uns wirken zu lassen….mitten im Grün mit dem angrenzenden Wolkenkratzer-Wall…der Kontrast zwischen den Welten ist geradezu elektrisierend.

15 Uhr

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Da uns nicht mehr all zu viel Zeit bleibt, beschließen wir Richtung Brooklyn Bridge zu fahren, die wir eigentlich zu Fuß überqueren wollten. Das wird nun allerdings zu knapp, so dass wir von der U-Bahn-Station nur zum Brooklyn Bridge Park am Fuße der Brücke spazieren und so viel wie möglich von dieser unglaublichen Perspektive in uns einsaugen. Die Skyline Manhattans vor unserer Nase, Brooklyn und Manhattan-Bridge zu unserer Rechten und diese relaxte Atmosphäre, wie man sie aus tausenden Filmen kennt.

16 Uhr

Vor dieser Kulisse lassen wir unseren Manhattan-Zwischenstopp ausklingen und sind uns nach diesem Kurz-Trip sicher, dass wir beim nächsten Mal mit mehr Zeit wiederkommen werden.

Mit Blick auf die Skyline werten wir unser Umsteige-Abenteuer aus. Wir haben in knapp 10 Stunden deutlich mehr gesehen und erlebt als bei einem 6-Stunden-Aufenthalt am Flughafen. Natürlich ist in der Zeit nur ein oberflächliches Best-Of-Programm möglich, aber wir konnten für einen geringen Aufpreis einen ersten Eindruck dieser unglaublichen Metropole gewinnen und gleichzeitig unseren Flug-Marathon an die Westküste etwas entzerren.


 

Habt ihr schon mal derartige Stopover genutzt, um eine Destination anzutesten? Was sind eure New York-Tipps?

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