Die schönsten Straßen im Südwesten? – Utah Scenic Byway 12 / 24 – Part II

Der zweite Teil unserer Links-Rechts-Kombination durch das wunderschöne Canyon-Paradies in Utah steht an. Der Capitol Reef Scenic Byway, auch Utah State Route 24 genannt, entführt naturbegeisterte Roadtripper noch tiefer in die faszinierende Landschaft zwischen mächtigen Felsmassiven, tiefen Schluchten und endlosen Weiten. 

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Der zweite Teil unserer Links-Rechts-Kombination durch das wunderschöne Canyon-Paradies in Utah steht endlich an. Der Capitol Reef Scenic Byway, auch Utah State Route 24 genannt, entführt naturbegeisterte Roadtripper noch tiefer in die faszinierende Landschaft zwischen mächtigen Felsmassiven, tiefen Schluchten und endlosen Weiten. 

Hier gelangt ihr zu Die schönsten Straßen im Südwesten? – Utah Scenic Byway 12 / 24 – Part I.

Nachdem Teil 1 in Torrey endete, nutzen wir den kleinen Ort auch gleich als Ausgangspunkt für die nächste Etappe, die mit rund 130 Meilen recht übersichtlich daherkommt. Als Endpunkt haben wir die kleine Freeway-Siedlung Green River angepeilt, wo man verhältnismäßig günstig übernachten kann. Darüberhinaus bietet sich der Ort auch als Ausgangspunkt für einen Ausflug in den nahegelegenen Südwest-Hot-Spot Moab an. Aber unsere Liebe zu dem Städtchen und seinen Canyon-Wundern rundherum werden wir euch bei Gelegenheit mal näher erläutern. Jetzt geht’s erst mal los in Torrey!

Der große Vorteil an Torrey ist, dass wir direkt und ohne große Anfahrtswege gleich wieder auf unserer Route angekommen sind. Vorher nutzen wir die tolle Location aber noch, um den Sonnenaufgang über dem Capitol Reef National Park zu genießen…

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Der malerische Sonnenaufgang über dem Capitol Reef National Park von Torrey aus gefilmt…

Nur wenige Kilometer hinter dem Ort wartet bereits der oft etwas unterschätzte Capitol Reef National Park. Viele Touristen nehmen ihn – wenn sie denn überhaupt so weit abseits der Reisebüro-Routen unterwegs sind – eher auf der Durchreise mit, da der Highway 24 eben mitten durch verläuft. 2015 haben wir das exakt genau so gemacht, dieses Mal hatten wir glücklicherweise etwas mehr Zeit.

Wie schon beim letzten Mal musste aber auch diesmal ein Stopp am Goosenecks Overlook sein, zu dem unscheinbar kurz hinter der Parkgrenze eine Abfahrt auftaucht. Von einem geteerten Bereich zweigt eine kurze Dirt Road ab, die mit Mietwagen aller Art definitiv gut befahrbar ist – High Clearance oder Allradantrieb ist hier wirklich nicht nötig…kann man also durchaus machen! Natürlich muss an der Stelle gesagt werden, dass auch eine harmlose Dirt Road eine Dirt Road ist und die Versicherung da keinen Spaß versteht, bzw. nicht greift. Passiert wider Erwarten was, wird’s teuer. Also seid bei sowas immer vorsichtig!

Bryce Canyon Freedom

Am Goosenecks Overlook ist 2015 auch dieses Bild von Tamy bei optimalen Lichtverhältnissen entstanden.

Die Aussicht am Goosenecks Overlook entschädigt für die kurzen Gewissensbisse der Autovermietung gegenüber. Der Freemont River hat sich hier in eine tiefe Schlucht eingegraben, die seinen geschwungenen Biegungen gleich einem Gänsehals (> Gooseneck) widerwillig folgt. Zeuge von dem nicht endenden Spiel zwischen Fels, Wind und Wasser sind die scharfkantigen Klippen, die sich widerspenstig den Krafteinwirkungen angepasst haben. Die Dramatik wird zusätzlich durch das sich am Horizont auftürmende Capitol Reef verstärkt.

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Der gesamte Nationalpark, der rund 100 Kilometer lang, aber nur 10 Kilometer breit ist, folgt einer sogenannten Wassertaschenfalte. Als sich vor ca. 65 Millionen Jahren das gigantische Colorado Plateau (welches in seiner Gesamtfläche ungefähr so groß ist wie ganz Deutschland!) zu heben begann, wurden die Gesteinsschichten am Capitol Reef zu eben jener gigantischen Falte aufgeworfen. Was man heute noch davon sieht, ist die unfassbare Größe, nicht aber die ursprünglichen oberen Schichten, die mittlerweile schon alle abgetragen wurden. Schön zu sehen ist die enorme Verwerfung aber dennoch im gesamten Park, in welchen wir nun tiefer vordringen…

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Schon das Visitor Center beeindruckt mit wuchtigen Felsen rundherum…

Folgt man dem Highway 24 kommt man unweigerlich am Visitor Center des Capitol Reef National Parks vorbei. Von hier biegt der unglaublich bildgewaltige Scenic Drive ab, der rund 8 Meilen an der immensen Falte entlang in den Park hineinführt. Weiter geht es dann nur noch über Dirt Roads, die aber nicht mehr unbedingt dem harmlosen Standard entsprechen, den wir bereits vom Goosenecks Overlook kennen.

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Gut zu fahren ist der unbefestigte Weg zum Capitol George, der am Ende des geteerten Scenic Drives in einem tiefen Canyon ein Stück in die gigantische Falte hineinführt. Bei Regen sollte man die Strecke meiden, ansonsten ist sie gut mit jedem Mietwagen befahrbar.

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Die moderate Dirt Road zum Capitol George.

Umso tiefer man hier in das Capitol Reef vordringt, desto beeindruckender wird die Kulisse. Die Felswände rundherum erheben sich scheinbar ins Endlose und der Himmel wird nur noch zu einem kleinen blauen Streifen. Hier lohnt es sich auch einfach mal am Rand anzuhalten und diese unglaubliche Szenerie auf sich wirken zu lassen, eben eine gigantische 100 Kilometer lange Falte in der Erde, in der man gerade steht. Wir nehmen uns diesmal Zeit für den Park…zwar nicht mit ausgedehnten Wanderungen, sondern eher ausschweifenden Genuss-Phasen, wo wir einfach nur am Wegesrand sitzen und die Kulisse auf uns wirken lassen. Absolut unglaublich!

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Chillen im überlebensgroßen Schlucht-Panorama! Wahnsinn!

Am Ende der Dirt Road starten übrigens diverse Trails noch weiter in die Falte hinein. Unter anderem führt ein ausgetrocknetes Flussbett tiefer in den immer schmaler werdenden Canyon. Hier ist bei Gewittern in der Umgebung Vorsicht geboten!

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Da die Parkstraße letztendlich ein Dead End ist, müssen wir wieder den gleichen Weg zurück, den wir gekommen ist und am Visitor Center wieder auf den Highway 24 Richtung Osten auffahren.

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Auch wenn man hier schnell den eigentlichen National Park verlässt, zündet der Südwesten an dieser Stelle ein weiteres Feuerwerk der Felsformationen, die sich in allen erdenklichen Arten an der Straße entlang auftürmen. Vor allem die Farben stechen heraus – von den klassischen roten Felsen, über graue Bereiche bis hin zu fast gelben Hügeln.

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Wortwörtlich hinter jeder Kurve ändert sich die Optik, was den nur 38 Meilen langen Abschnitt zwischen dem Park und dem kleinen Ort Hanksville zu einer der spektakulärsten Passagen auf der Strecke macht. Klassische Highlights zum Anhalten gibt es dabei gar nicht so viele, es ist mehr der Weg an sich, der einen aus dem Staunen nicht mehr rauskommen lässt. Unsere Kameras performen unter Dauerfeuer!

Angekommen in Hanksville knickt der Highway 24 nach Norden ab. Ab hier wird das Terrain deutlich weitläufiger und die Straße verzichtet fortan auf Kurven. Fast 45 Meilen geht es schnurgerade durch die rote Steppe mit scharfkantigen Gebirgen am Horizont. Ein wichtiges Highlight sollte man hier aber auf jeden Fall noch einplanen und zwar den Goblin Valley State Park.

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Für 7$/Vehicle bekommt man hier günstig Zutritt zu einem verwunschenen Zauberland voller steiniger Goblins. Was auf Bildern klein und zierlich aussieht, ist vor Ort – wie sollte es im amerikanischen Südwesten anders sein – eine Ansammlung ziemlich beeindruckender Felsformationen, die durchaus dem Namen gerecht werden…nur eben im Maxiformat.

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Ein ganzes Tal füllt sich im State Park mit den seltsamen Steingebilden und bildet ein zauberhaftes Labyrinth. Der größte Augenöffner ist dann aber die Tatsache, dass sich hinter dem ersten Tal noch 2 weitere Goblin Valleys anschließen, die zumindest teilweise durch Trails erschlossen sind. Zuweit von den festen Wegen wegbewegen sollte man sich aber nicht, den zwischen den riesigen roten Goblin-Formationen verliert man erschreckend schnell die Orientierung…und wer hier auf eigene Faust in die falsche Richtung läuft, findet erst mal viele zig Kilometer nichts außer Wüste und Steine.

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Die DJI Spark erlaubt auch bei knappem Zeitplan einen Blick auf die weiteren Goblin Täler!

Als wir uns kurz vor Sonnenuntergang von der magischen Kulisse loseisen können, haben wir nur noch verhältnismäßig kompakte 50 Meilen nach Green River vor uns, auf denen landschaftlich nicht mehr allzu viel passiert…..man könnte auch sagen, dass wir von den letzten beiden Tagen ein bisschen zu sehr verwöhnt wurden.

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In Green River selbst, gibt’s neben dem beeindruckend breiten Fluss außer Hotels/Motels und einigen Restaurants nicht viel. Bei einem frischen Burger im empfehlenswerten Tamarisk Restaurant lassen wir zwei Tage voller epischer Landschaften ausklingen und sind uns absolut sicher, hier definitiv eine der schönsten Straßen der USA hinter uns gebracht zu haben.


Von den riesigen Felsnadeln des Bryce Canyon bis hin zu den geheimnisvollen Goblins – die Links-Rechts-Kombo aus dem Highway 12 und 24 ist pure Magie, die eigentlich zum Pflichtprogramm im Südwesten gehören sollte. Mehr landschaftliche Abwechslung auf einer so verhältnismäßig kurzen Strecke gibt nur ganz selten zu sehen. Und hier kann man fast alles bei verhältnismäßig wenig anwesenden Touristen entdecken – eigentlich sind da angesichts der vielen Highlights selbst 2 Tage zu wenig.

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  1. magdalenagajewski 4. Mai 2018 um 10:32

    Die Bilder sind der Hammer! Was aber den Kulissen nicht besonders verwundert 🙂

    Beim Lesen des Artikels habe ich wieder ganz akutes USA-Fernweh bekommen. Mein letzter Besuch 2013 ist definitiv zu lange her.

    Liebe Grüße
    Magdalena

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    Antwort

    1. Danke für das nette Feedback! 🙂
      Ja, 2013 ist definitiv zu lange her! 😉

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