Key Biscayne – Die Oase von Miami

Von einer pulsierenden Metropole wie Miami braucht man schnell mal eine Pause, aber die nächsten Naturparadiese sind – wenn man nicht gerade ein Boot am Start hat – je nach Verkehr oft 1-2 Autostunden entfernt. Key Biscayne hingegen liegt nur einen Steinwurf von Downtown Miami und eignet sich optimal zum Abschalten vom Großstadtstress. Wir haben unseren Trip gleich mit einem Abstecher in den Bill Baggs Cape Florida State Park begonnen und die kleine Oase für euch abgecheckt und dabei auch noch einige verrückte Fakten über ihre Entstehung gelernt…


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Key Biscayne ist eine Insel, die südöstlich von Miami zwischen dem Atlantik und der Biscayne Bucht liegt. Tatsächlich ist sie die südlichste der vorgelagerten Barriereinseln entlang der Atlantikküste Floridas, auf denen ein Großteil von Floridas Ostküstenstädten ihre Tourismuszentren vorgelagert haben. Miami Beach ist da das vermutlich bekannteste Beispiel.

Obwohl sie das Wort „Key“ im Namen trägt, gehört sie geologisch gesehen nicht zu den Florida Keys, sondern wurde wie alle Barriereinseln Floridas durch den erodierten Sand aus den Appalachen zusammengesetzt. Das ist ziemlich verrückt, schließlich liegen die Appalachen mehrere tausend Kilometer weiter im Norden an der Ostküste der USA. Tatsächlich wurde der Sand über Flüsse in den Atlantik und dann mittels Küstenströmungen an der Küste entlang Richtung Süden transportiert. Key Biscayne ist das Ende dieser Kette. Wer also schon immer mal auf den Appalachen stehen wollte, kann das hier in angenehm karibischer Atmosphäre tun… 😉

Bei uns war der Bill Baggs Cape Florida State Park gleich der erste Stopp an unserem ersten Miami-Tag, weil wir entspannt in den Florida-Urlaub starten wollten. Und es war die wahrscheinlich beste Entscheidung überhaupt. Nach einer knappen halben Stunde Fahrt passierten wir den Parkeingang, bezahlten 8 Dollar (Preis pro Auto) und parkten kurz vor dem südlichsten befahrbaren Punkt des Parks, direkt an einer kleinen Parkanlage, in der zahlreiche Locals es sich mit Kühlboxen, Grills und Picknick-Zubehör gemütlich machten. Unsere ersten Miami-Eindrücke sind geprägt von Familien und spielenden Kindern in einer paradiesischen Grünanlage inmitten von Palmen. Überall ist Musik zu hören, aber die Picknick-Beschallung stört nicht. Im Gegenteil, sie trägt bei zu einem stimmigen Ganzen, was Miami für uns ausgemacht hat, denn Musik ist hier gefühlt an jeder Straßenecke zu hören.

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Von hier starten mehrere Wege in den State Park, der durchaus eher angelegter Natur ist. Der Bill Baggs Cape Florida State Park ist also kein reines Wildnis-Paradies, wie wir es von der Westküste kennen, sondern erinnert eher an einen karibischen Stadtpark mit Stränden, Mangrovenwäldern und sogar einem kleinen Yachthafen.

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Er ist auch Heimat des ältesten noch stehenden Gebäudes im Großraum Miami: das Cape Florida Lighthouse. Das 1825 errichtete Gebäude hat schon einiges mitgemacht und Hurrikanes als auch Kämpfe zwischen europäischen Siedlern und den einheimischen Seminolen-Stämmen. Lediglich ein Schild liefert einige Infos zu diesen Ereignissen und soll an hunderte Einheimische und Sklaven erinnern, die im 19. Jahrhundert vor den weißen Siedlern von hier auf die Bahamas fliehen mussten.

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Auf den Turm darf man auch über eine alte Stahl-Wendeltreppe hinaufsteigen und von dort eine nette Aussicht über die Insel und Miami im Hintergrund genießen. Dustin entpuppt sich hier als kleiner Angsthase…er hat’s nicht so mit hohen Treppen und Höhe, daher verzichten wir auf die Leuchtturm-Besteigung. Rundherum ist die Anlage trotzdem herrlich schön angelegt und mehr oder weniger direkt am Wasser. Das Haus der früheren Leuchtturmwärter unweit vom Turm kann kostenlos besichtigt werden, ein Ranger gibt auf Nachfrage Anekdoten zum Besten.

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Aber auch den Atlantik muss man sich hier natürlich anschauen. Der vollkommen natürliche Cape Florida-Beach wurde mehrfach als einer der Top 10-Strände in den USA ausgezeichnet. Wer also ins Meer will, kann hier Badesachen mitbringen. Da es sich um einen Naturstrand handelt, wird er anders als die Touristenstrände nicht ständig gepflegt. Das bedeutet: statt paradiesisch weichem Sand steht man auch schonmal in Seegras-Bergen. Das gehört in der Karibik dazu.

Ihr ahnt es aber schon, wir hatten keine Badesachen dabei und wollten an unserem ersten Tag lieber chillig umher spazieren. Auch dafür bietet der kleine State Park zahlreiche Möglichkeiten, auch auf Wegen direkt am Wasser.

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Dabei gibt es auch die Chance Wildlife zu sehen. In unserem Fall diesen netten Leguan, der die Lichterketten-Installation an einer Palme sorgfältig inspizierte. Die Hauptattraktion sollen aber eher zahlreiche Vogelarten sein. Vogelliebhaber sollten also laut Parkwebsite hier definitiv auf ihre Kosten kommen.

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Tamy hingegen war begeisterter von anderen Parkbewohnern, die die Picknick-Idylle der Locals nicht gerade unwesentlich störten. Wann immer die Menschen abgelenkt waren, schlich sich eine Armada an Waschbären an und bediente sich an reich gedeckten Tischen. Füttern sollte man die Tiere auf keinen Fall, sie sind auch so schon viel zu sehr an den Menschen gewöhnt. Leider missachten viele (vor allem Touristen) dies immer wieder.

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Unser Key Biscayne-Besuch war nur eher kurzer Natur, war aber gerade deswegen der perfekt-entspannte Startpunkt für unseren Florida-Trip. Wir suchten am späten Vormittag einen angenehmen, nicht zu hektischen Stadt in den Vibe der Metropole und fanden eine richtig entspannte Oase der Ruhe mit herrlichen Ausblicken.

Sowohl auf Key Biscayne, als auch der nördlich-angrenzenden Virginia Key, gibt es aber noch einiges mehr zu entdecken. Neben Stränden im Beach Park und Crandon Park, gibt es selbst hier typisches Sumpfland wie in den Everglades, als auch mehrere historische Städten. Mehr dazu findet ihr auf der offiziellen Miami-Seite.

Wart ihr schonmal auf Key Biscayne? Was habt ihr euch angeschaut? Was waren eure Empfehlungen?

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