Playing it (un)safe? – Nach Mexiko zur Hurrikan-Saison

„Oh, ihr seid aber mutig!“ – Die Reaktionen auf unseren anstehenden Mexiko-Trip waren ungefähr so, als würden wir mit Machete bewaffnet in den Krieg gegen die Drogen-Kartelle ziehen. Dabei ging es doch nur an die überwiegend touristische Karibik-Küste…naja, während der Hurrikan-Saison.


„Oh, ihr seid aber mutig!“ – Zuletzt bekamen wir diese Reaktion, als wir nach dem Anschlag von Nizza zu einem 3-tägigen Paris-Trip aufgebrochen sind. Dieses Jahr wurden wir mit ähnlich besorgten Blicken gemustert, als wir verkündeten, dass es nach Mexiko gehen würden. Die allgemeine Wahrnehmung war ungefähr so, als würden wir mit Machete bewaffnet in den Krieg gegen die Drogen-Kartelle ziehen. Wir wurden von Menschen mit Umarmungen verabschiedet, als ob wir in unser letztes Gefecht ziehen.

Wie sicher oder unsicher Mexiko für Touristen ist, werden wir im Laufe der nächsten Beiträge klären. Für uns ist es das erste Mal in Latein-Amerika, wo wir mit dem Touri-Hot-Spot Cancun als Startpunkt erstmal auf Nummer sicher gegangen sind…naja, so halb. Denn die Traumstrände in der Karibik sind vor allem im Winter so richtig traumhaft. Während Europa sich im Sommer unter blauem Himmel sonnt, kann es in karibischen Gefilden schonmal ungemütlich werden: zwischen 1. Juni und 30. November dominiert die atlantische Hurrikan-Saison. Dementsprechend günstig sind auch die Preise und so nehmen wir das Risiko in Kauf und fliegen mit Air France von Düsseldorf über Paris nach Cancun, Mexiko in einer der – wie sich im Nachhinein herausstellt – aktivsten Hurrikan-Sommer seit vielen Jahren… Wie wir das ganze geplant haben, könnt ihr in unserem Beitrag „3 1/2 Wochen Road Trip in Mexiko & USA – Wie plant man sowas?“ nachlesen!

Als unser Flugtag nach langen 2 1/2 Monaten Warten endlich gekommen ist, sieht das Wetter schonmal perfekt aus. Wir stehen nach knappen 2 Stunden Schlaf mitten in der Nacht auf und lassen uns zum Flughafen Düsseldorf chauffieren. Nach unkompliziertem Check-In bei Air France bewegen wir uns zügig durch die Security zum Abflugbereich. Bald darauf geht’s los mit HOP!, der Zubringer-Airline von Air France…

Eine Stunde später landen wir in Paris am Charles-De-Gaulles-Airport, der oft als Umsteige-Albtraum bezeichnet wird. Wir haben rund 4 Stunden Zeit bis zum Anschlussflug und müssen im Endeffekt sagen: selbst mit 1 Stunde Umsteigezeit hätten wir es locker geschafft. Nichtmal eine zusätzliche Security-Kontrolle müssen wir trotz Terminal-Wechsel passieren. Nur an wenigen Airports steigt es sich entspannter um, als am französischen Groß-Flughafen, so zumindest unsere Erfahrung.

Als es dann endlich nach 4 Stunden in unsere Langstrecken-Maschine vom Typ Boeing 777-300ER geht, gleicht es trotzdem einer Erlösung. Endlich geht’s weiter! Wir haben im Vorhinein bei Air France die sogenannten Duo-Sitze im hinteren Teil des Flugzeugs reserviert. Dort sitzt man entgegen der 3-4-3 Einteilung der gewöhnlichen Economy auf einem Zweier-Sitzplatz und hat keinen fremden Sitznachbarn zwischen dem Gang und sich. Der Spaß kostet 30 Euro pro Sitzplatz, wer sich für das Meilenprogramm der Franzosen registriert, bezahlt nur 27 Euro. Dementsprechend sammeln wir jetzt auch Meilen bei Air France und haben so zusammen immerhin 6 Euro gespart. Genauere Infos hierzu findet ihr auf der Air France-Seite.

So beginnt die Langstrecke verhältnismäßig entspannt. Die Beinfreiheit ist in Ordnung, wir haben deutlich mehr Platz zu den Seiten und können jederzeit aufstehen. Eine Super-Sache, die den nicht ganz unwesentlichen Aufpreis auf jeden Fall wert ist und die kommenden 10 Stunden deutlich aufwertet. Insgesamt ist die Maschine nicht mehr ganz neu und wirkt schon recht abgenutzt. Essen und Service sind okay, die Auswahl beim Entertainment-System könnte besser sein, aber jeder von uns findet was. Danach können wir erstaunlich gut schlafen und werden erst wieder munter, als wir bereits über der Karibik sind.

Hier fliegen wir den ein oder anderen Schlenker – es ist Hurrikan-Saison und die massiven Wolkengebilde hier stehen nicht unbedingt für das gemütlichste Flug-Wetter. Unsere Piloten manövrieren uns aber zielsicher an allzu turbulenten Gebieten vorbei, so dass es nur bei kleinen Wacklern bleibt. Je näher wir der mexikanischen Küste kommen, desto türkiser wird das Wasser. Beim Landeanflug strahlt die Küste so sehr, dass wir am liebsten gleich in unsere Badehosen springen würden.

Screenshot 2017-11-21 11.11.51

Bis wir aus dem Flugzeug raus sind und alle Stationen im Flughafen durchlaufen haben, wird es aber fast schon dunkel. Für die Einreise in Mexiko müssen spätestens am Flughafen vor der Einreise diverse Formulare ausgefüllt werden, die dann an Einreise-Schaltern nochmal geprüft werden. Das Prozedere ist nur unwesentlich kürzer als in den USA.

Ankommen an der Karibikküste Mexikos ist vor allem eines: feucht! Jeder, der hier aus dem Flughafengebäude tritt und gegen die sprichwörtliche Wand läuft, die hier das charakteristische Karibik-Klima ausmacht, beginnt das Wort „schwül“ ganz neu zu definieren. Willkommen in einem Klima, in welchem nasse Haare trotz Temperaturen jenseits der 30°C nicht an der Luft trocknen und wo Kamera-Linsen beschlagen, sobald man sie auspackt. Klimatisch ist die Karibik-Region Mexikos von Anfang an unfassbar anstrengend und es dauert eine ganze Weile bis man beginnt sich einigermaßen zu akklimatisieren.

Bevor wir in den Genuss einer Klima-Anlage kommen, dürfen wir noch gefühlte Stunden bei der nicht gerade freundlichen Auto-Vermietung GOLDCAR warten. Wir müssen uns mit einer deutlich vierstelligen Kaution einverstanden erklären, bevor man uns endlich einen beinahe auseinander fallenden Toyota Yaris zuteilt. Eigentlich soll man ja bei der Mietwagen-Abnahme genau zuschauen, welche Schadstellen markiert werden – bei unserem Exemplar kreuzt der wenig gesprächige Arbeiter das halbe Auto an. Das kann ja was werden…

20170830_153443

Unser klappriger Toyota Yaris bei der Autovermietung

Zwischen uns und dem Hotel-Bett liegt jetzt noch eine gute Stunde Fahrt nach Playa del Carmen. Die Route ist gücklicherweise fast nur Autobahn, aber das erste Mal im dezent chaotischen mexikanischen Verkehr zu fahren, ist dennoch eine Erfahrung für sich und mit dem ein oder anderen Adrenalinschub verknüpft. Fußgänger auf der Autobahn, niemand bleibt auf seiner Spur, wildes Hupen und Überholen. Wir sind heilfroh, als wir schließlich an unserem Ziel ankommen: einem winzigen Bed & Breakfast namens „Casa Gem B&B“ in einem unscheinbaren Wohngebiet am Rand von Playa del Carmen.

Das stellen wir euch in unserem nächsten Beitrag vor: Unser Hotel in Mexiko: Casa Gem B&B in Playa del Carmen.


Rückblickend haben wir nochmal alle bisherigen Mexiko-Artikel für euch:

3 1/2 Wochen Road Trip in Mexiko & USA – Wie plant man sowas?

Playing it (un)safe? – Nach Mexiko zur Hurrikan-Saison

Unser Hotel in Mexiko: Casa Gem B&B in Playa del Carmen

Zum ersten Mal in der Karibik schwimmen…und die ernüchternde Suche nach dem Traumstrand!

Tulum oder Coba – Touristen-Armageddon vs. Dschungel-Ruine

Liebe auf den zweiten Blick – Tamy und die Magie der Cenoten

Korruption in Mexiko: Wie wir von der Polizei bestohlen wurden!

Abschied & Fazit von Mexico – Let’s go west!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: