One Day at Kennedy Space Center – Drauflos auf den Spuren von Space Shuttles, Elon Musk und Weißkopfseeadlern

Das Kennedy Space Center in Cape Canaveral ist nicht nur das Epizentrum der US-Raumfahrt, sondern war auch ein ziemlich interessanter Testballon für uns. Dustin ist ein kleiner Raumfahrt-Nerd, der schon als Kind mit seinem Space Shuttle-Spielzeug durch’s Kinderzimmer düste und sogar die letzte Space Shuttle-Landung mit dem Shuttle Carrier Aircraft miterlebt hat, während Tamy sich noch nicht so intensiv mit der Raumfahrt auseinandergesetzt hat.

Ob sich der Ausflug ins Raumfahrt-Zentrum der USA für uns gelohnt hat, erfahrt ihr in unserem großen One Day-Report gepaart mit jeder Menge mehr oder weniger unnützem Wissen… 😉

 



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Die Raumfahrt fasziniert mich (Dustin) seit meiner Kindheit, als ich mit einem Space-Shuttle-Spielzeug zahlreiche gefährliche Missionen in meinem Kinderzimmer erlebte. Die Vorstellung, dass Astronauten in diesem Flugzeug-ähnlichen Gefährt ins All geschossen wurden und dann ganz normal eben wie in einem Flugzeug wieder auf der Erde landeten, wirkte wie ein Science Fiction-Film. Die Tatsache, dass dieses futuristisch-klobige Raumfahrzeug dann auch noch auf dem sogenannten Shuttle Carrier Aircraft, einer gigantischen umgebauten Boeing 747, hin und her transportiert wurde, machte die Geschichte nur noch faszinierender. Als das Programm wegen zu hoher Kosten schließlich am 21. Juli 2011 mit der Landung der Atlantis eingestellt wurde, war ich regelrecht traurig, den plötzlich wurden Astronauten wieder in altmodischen Raumkapseln von Russland aus ins Weltall befördert.

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Das Shuttle Carrier Aircraft mit dem Space Shuttle Endeavour beim Flyby am Los Angeles International Airport. (Foto: Florian von Besser; https://www.instagram.com/peterfloez)

Den Höhepunkt erreichte diese Faszination tatsächlich aber erst nach der letzten Shuttle-Mission, als eben jene Boeing 747 der NASA das Space Shuttle Endeavour ausgerechnet während meinem Auslandssemester im Jahr 2012 zu dessen letzter Ruhestätte im California Science Center in Los Angeles einflog. Damals stellte ich mich mit Kameras bewaffnet drei Stunden lang in die pralle Mittagssonne am LAX um beim letzten Flug eines Space Shuttles (der Endeavour) auf einer Boeing 747 dabei zu sein und ich war bei weitem nicht der einzige. Der Volksfest-ähnliche Charakter und die Begeisterung für dieses technische Wunderwerk, die ich an diesem Tag in Los Angeles erleben durfte, haben sich tief bei mir eingeprägt. Damals ist auch dieses Video entstanden:

Einen Teil der Reise zur letzten Ruhestätte der Endeavour hatte ich also miterlebt, aber die Geburtsstätte fehlte noch auf meiner Liste. Wie gut, dass sich im März diesen Jahres ein Florida-Trip anbahnte und damit auch das legendäre Kennedy Space Center in Cape Canaveral in greifbare Nähe rückte….und zum Glück war Tamy der Sache auch nicht abgeneigt.

Als gute Übernachtungspunkte in der Nähe bieten sich die Beach Cities südlich von Cape Canaveral an oder das etwa 50 Minuten entfernte Orlando. Letzteres ist preislich durch den Vergnügungspark-Overkill äußerst attraktiv, da Unmengen verschiedener Hotelketten vor Ort sind. Wir hatten uns daher auch für Orlando entschieden und recht günstig in einem mehr als ordentlichen Embassy Suites der Hilton-Kette übernachtet.

Nach einer knappen Stunde waren wir am Kennedy Space Center Visitor Complex angekommen. Zu den Admission Tickets gesellte sich gleich bei der Einfahrt noch die Parkgebühr von 10 Dollar zur den Ausgaben hinzu. Die eigentlichen Ticketpreise sind nicht so ganz ohne, im Vergleich zu den Orlando-Parks aber fast human. Erwachsene bezahlen 57 Dollar, Kinder 47 Dollar, Senioren 50 Dollar.

Genauere Infos dazu gibt es auf der offiziellen Website: Kennedy Space Center Visitor Complex

 

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Wem die normale Cape Canaveral-Experience nicht reicht, kann noch mehrere Zusatzpakete buchen, wie beispielsweise ein Dinner mit einem echten Astronauten. Für uns hat das normale Ticket definitiv gepasst, denn auch ohne Specials gibt’s im Kennedy Space Center schon ungeheuer viel zu sehen.

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Wir schlendern zunächst ein bisschen über das Gelände und legen unseren ersten Halt am Denkmal für alle gefallenen Astronauten ein, welches am Rand des Komplexes an einem friedlich in der Sonne liegenden See liegt.

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Die Raumfahrt ist eine riskante Angelegenheit und hat schon viele Opfer gefordert, derer hier auf angenehm zurückhaltende Weise gedacht wird. Im weiteren Verlauf des Artikels kommen wir da auch noch auf einige zu sprechen.

Am Denkmal entdecken wir auch noch einen anderen stillen Beobachter am Seeufer. Trotz der angelegten Landschaft ist das hier (und auch in ganz Florida) keine Seltenheit. Da ein Großteil von Cape Canaveral Sperrgebiet ist, ist ein Großteil der umgebenden Landschaft ein artenreiches Naturschutzgebiet, welches nur durch die hin und wieder startenden Raketen nicht ganz unwesentlich gestört wird.

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Die Atlantis-Ausstellung

 

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Als erstes besuchten wir die Atlantis-Ausstellung, vor welcher unübersehbar der beeindruckende Aufbau der Shuttle Booster mit dem markanten orangen Treibstofftank thront, also die ikonische Raketenkonstruktion, die nötig war, um das Space Shuttle überhaupt erstmal ins All zu transportieren. Dahinter liegt ein Gebäudekomplex, dessen Errichtung und Einrichtung rund 100 Millionen US-Dollar verschlungen hat und mit Warteschlangen-Bereichen ausgestattet ist wie ein Vergnügungspark.

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Bei unserem Besuch hielt sich der Andrang glücklicherweise in Grenzen und wir waren nach wenigen Minuten Wartezeit „drin“. Da die Amis die Meister pathetischer Inszenierungen sind, geht’s natürlich nicht direkt durch eine Tür zum Space Shuttle Atlantis, sondern man wird vorher in einer Art Kinosaal mit Interviews, Filmszenen und Originalaufnahmen samt pompöser Filmmusik heroisch auf das bevorstehende Abenteuer eingestimmt. Kann man albern finden, aber holy shit…es wirkt! Zum Höhepunkt der filmischen Einstimmung wird die Leinwand musikalisch perfekt untermalt beiseite gefahren und das Space Shuttle Atlantis präsentiert sich direkt dahinter in seiner vollen Größe. Ein Gänsehaut-Moment wie in einem verdammten Hollywood-Film!

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Von jetzt an ist man als Besucher frei, die Ausstellung mit dem Space Shuttle Atlantis als Herzstück zu erkunden, welches in seinen Ausmaßen unglaublich beeindruckend ist. Wir waren beide überrascht, wie groß das Teil tatsächlich war und verbrachten eine gefühlte Ewigkeit in der Ausstellung, in der auf jeden noch so kleinen Aspekt des Lebens im Space Shuttle eingegangen wird…von der Toilette, über das Essen bis zur Steuerung. In das Raumschiff hinein kommt man aber leider nicht, es hängt quasi ohne Zugangsmöglichkeiten mitten in der Halle.

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Die Hitzeschutzkacheln an der Unterseite des Space Shuttles.

Dann ging es langsam einige Etagen nach unten, wobei man nochmal eine beeindruckende Sicht auf die schwarze Unterseite des Shuttles hatte, welche komplett mit sogenannten Hitzeschutzkacheln bedeckt ist. Diese Teile waren für das Shuttle existenziell wichtig, denn mit dieser Seite tritt das Gefährt wieder mit 27facher Schallgeschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Das sind 33.300 Stundenkilometer. Die Reibung mit den Atmosphäregasen ist dabei so groß, dass Temperaturen von bis zu 1600 Grad entstehen können. Die muss der Hitzeschutz aushalten.

Beim Space Shuttle Columbia waren die Kacheln beim Start einer Mission im Jahr 2003 beschädigt worden. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre kollabierte der Hitzeschutz und das Space Shuttle explodierte in der Erdatmosphäre und tötete sieben Besatzungsmitglieder. Die Columbia war übrigens der zweite Verlust eines Space Shuttles, im Jahr 1986 brach die Challenger kurz nach dem Start auseinander. Damals waren defekte Dichtungsringe in den Raketen die Ursache. Auch dabei starben sieben Besatzungsmitglieder.

Die unglaublichen Belastungen und Kräfte, die auf die Besatzung bei einem reibungslosen Start warten, können in der Atlantis-Ausstellung übrigens in einem Simulator erlebt werden, den erfahrene Astronauten als erstaunlich realistisch beschreiben. Wir haben das auch ausprobiert und waren ziemlich beeindruckt, wie gut die enormen G-Kräfte nachgeahmt werden. Das ganze ist keine Achterbahn oder ähnliches, sondern tatsächlich nur ein Simulator, dessen Neigung sich verstellt (beim Start liegt man quasi im Sitz) und der sich durch eine Hydrauliksteuerung bewegt. Obwohl wir eigentlich gar nicht so die Attraktions-Fans sind, hat das ganze enormen Spaß gemacht und war fast ein bisschen kurz. Das Teil lohnt sich auf jeden Fall!

Am Ende der Atlantis-Ausstellung wartet dann – wie sollte es im Land des Kapitalismus anders sein – ein Souvenir-Shop auf die zahlenden Gäste. Danach ist man wieder draußen und kann zur nächsten Ausstellung.



Bustour / Apollo/Saturn V-Center

 

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Der zweite große Block im Kennedy Space Center ist zweifellos die Bustour zum Apollo/Saturn V-Center. Da wir schon recht viel Zeit in der Atlantis-Ausstellung verbracht hatten, peilten wir den Startpunkt, eine gigantische Bushaltestelle mit riesigem Wartebereich, als nächstes an.

Obwohl relativ wenig los war, mussten wir etwa 15 Minuten warten. Nicht auszudenken, wie hier an einem wirklichen busy day die Waiting Time ist. Da könnte ein Tag im Kennedy Space Center schnell zu wenig sein.

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Die Bushaltestelle für die Bustour durch’s Kennedy Space Center. Im Hintergrund die Atlantis-Ausstellung mit den Feststoff-Boostern samt riesigem orangen Tank.

Anyway, bei uns ging es im klimatisierten Bus auch endlich los und wir bekamen eine rund 40-minütige Tour über das legendäre NASA-Gelände mit faszinierenden Einblicken in die tatsächliche Arbeit der Raumfahrtorganisation. Mit am beeindruckendsten ist sicher das Vehicle Assembly Building, in welchem sämtliche Raumfahrzeuge montiert wurden und auch weiterhin werden. Hier entstand die legendäre Saturn-Rakete und hier wurden die Space Shuttle mit dem orangen Außentank und den dazugehörigen Feststoff-Boostern verbunden. Um das alles zu gewährleisten, muss das Gebäude natürlich ziemlich groß sein. Wir sprechen hier von 160,3 Metern Höhe, 218,2 Metern Länge und 157,9 Metern Breite. Daraus ergibt sich ein Rauminhalt von unglaublichen 3.664.883 Kubikmetern, in dem sich sogar Wolken bilden können. Die Tore an den Gebäudeseiten (schön im nachfolgenden Bild zu sehen) sind die größten der Welt.

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Das gigantische Vehicle Assembly Building mit dem Launch Control Center im Vordergrund.

Wenn Raketen oder Space Shuttle fertig montiert sind, geht es durch die riesigen Tore über zwei gigantische Schotterspuren von 12,2 Metern Breite Richtung Startrampe. Zwischen beiden Spuren befindet sich nochmal ein 15,2 Meter Mittelstreifen. Auf dieser absurd breiten Wegkonstruktion wurden die fertigen Raumfahrzeuge in aufgerichtetem Zustand auf den sogenannten Crawlern transportiert, auf denen sie bereits montiert wurden. Die Crawler-Transporter sind die zweitgrößten Land-Fahrzeuge weltweit. Mit einer Länge von 40 Metern, eine Breite von 34,7 Metern und 6,1 Metern Höhe schaffen sie Geschwindigkeiten von 3,2 Stundenkilometern (unbeladen) und 1,6 Stundenkilometern mit Ladung. Im folgenden Video sieht man schön, wie das funktioniert:

Das Ende dieses gigantischen Schotterwegs sind gleich mehrere Startrampen, von denen aktuell LC-39A, LC-39B die prominentesten sind. Von beiden sind diverse Space Shuttle-Missionen gestartet, 2014 hat Elon Musk’s Weltraumprojekt SpaceX die 39A für 20 Jahre zur Nutzung ihrer Falcon9-Starts geleast, während von 39B die NASA-eigene Entwicklung SLS im Jahr 2021 abheben soll. Trotz der Einstellung des Shuttle-Programms wird im Kennedy Space Center also immer noch fieberhaft gearbeitet.

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Der SpaceX-Hangar mit der dazugehörigen Startrampe im Hintergrund.

Die Bustour führte an all diesen geschichtsträchtigen Orten vorbei, wobei abwechselnd der Busfahrer und ein über im Bus hängende Monitore gezeigtes Video die Infos auf Englisch lieferten. Die Audioqualität ließ allerdings gerade für weniger geübte Englisch-Sprecher zu Wünschen übrig.

Ziel der Tour war letztendlich das Apollo/Saturn V-Center, quasi ein weiterer angelegter Teil der Anlage, der räumlich vom Rest des Touristen-Zentrums getrennt ist. Hierher gelangt man also nur über die Bustour. Busse zurück zum großen Bereich (und auch dem Ausgang) fahren im 15-Minuten-Rhythmus.

Im Center ging es zunächst in den sogenannten Firing Room. Dieser ist das Kontrollzentrum, von welchem zahlreiche Raumfahrt-Ingenieure die Starts der Raketen überwachen und dabei nervös auf ihre Computermonitore starren. Im Apollo/Saturn V-Center ist hinter den Original-Aperaturen eine Tribüne für die Touristen installiert, von der aus sie Zeuge des Apollo 8-Starts werden.

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Mitten im Startgetöse des Apollo 8-Starts.

Wir befanden uns also mittendrin in den Original-Funksprüchen und -Aufnahmen von damals, der Original-Countdown lief, nicht zu vergessen spannungsfördernde Orchester-Musik und dann der ohrenbetäubende Start der Rakete, der die Glas-Scheiben auch hier in der simulierten Situation zum Zittern brachte. Ein unglaubliches Sound-Inferno, dass in Lautstärke und Intensität wohl der Realität entspricht und die unglaubliche Power der startenden Rakete nochmals verdeutlicht. Eigentlich sind diese Firing Rooms im Launch Control Center ungefähr fünf Kilometer von den Startrampen entfernt.

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Es ist quasi unmöglich die gigantische Saturn V-Rakete komplett ins Bild zu bekommen.

Nach dieser beeindruckenden Erfahrung ging es in die Saturn V-Ausstellung, deren Herzstück eine der leistungsstärksten Raketen ist, die jemals gebaut wurden. Mit ihr wurden die Apollo-Mond-Missionen durchgeführt, bei denen die Module für die Astronauten an der Spitze der gigantischen Rakete angebracht waren. Insgesamt war das Ungetüm damit 111 Meter hoch und überragte somit die Freiheitsstatue um 18 Meter. Zischen 1967 und 1972 sind 13 Raketen dieses Typs geflogen. In der Ausstellung konnte man das in der Luft hängende technische Wunderwerk von allen Seiten bewundern, auch wenn die schiere Größe kaum in Worte zu fassen ist.

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Auch zu den Apollo-Missionen an sich gab es in dieser Ausstellung einiges zu sehen, auch zur tragischen Geschichte von Apollo 1, deren drei Astronauten nie die Erde verlassen haben und auf tragische Weise bei einem Test in ihrer Raumkapsel verbrannten. Derartige Tragödien pflegt man wie schon beim Memorial harmonisch in das Gesamtkonzept ein und beschönigt letztendlich nicht die Gefahr, die von der Raumfahrt ausgeht.

Am Ende vom Apollo/Saturn V-Center wartet auch nochmal ein Souvenir-Shop, bevor es zurück zu den Bussen geht. Auf der Rückfahrt zum Hauptteil der Ausstellung gab es nicht mehr so viel zu sehen, bis uns die Busfahrerin auf Weißkopfseeadler-Nester in den Bäumen aufmerksam machte. Bei genauerem Hinsehen erblickten wir auch dann tatsächlich zwei Jungtiere, bzw. die Silhouetten derselbigen.

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Wir konnten es kaum glauben, dass im Gebiet der Raketenstarts ein derartiges Natur-Erlebnis möglich war und so viele verschiedene Arten hier ihr Zuhause hatten. Der ohrenbetäubende Lärm ist sicher nicht die beste Lebensumgebung für die Tiere, aber Mensch und Tier arrangieren sich offensichtlich miteinander und es scheint zu funktionieren. Wenn ein Start ansteht, muss man sich allerdings scheinbar vor den Alligatoren in Acht nehmen, die laut einem unserer Busfahrer von dem Krach aggressiv werden und teilweise die Zäune hochklettern. Aus dem Grund sind die Startplattformen im Kennedy Space Center mit nach außen gebogenen Absperrungen umzäunt, um unerwünschte Echsen-Besucher fernzuhalten.

 


Die Zukunft vom Kennedy Space Center

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Nach der Busfahrt zurück vom Apollo/Saturn V-Center neigte sich der Tag auch schon mit großen Stücken dem Ende zu. Wir spazierten noch ein wenig durch kleinere Ausstellungen, wo man einen Blick auf die nächsten Raumgefährte werfen konnte, die die bemannte Raumfahrt wieder zurück in die USA holen sollen.

Oben zu sehen ist beispielsweise der Crew Dragon von Elon Musk’s Weltraumfirma SpaceX, der mit den eigens entwickelten Falconheavy-Raketen ins All befördert wird. Ein erster unbemannter Testflug ging im März 2019 problemlos über die Bühne, mit Besatzung soll das ganze frühestens im Dezember 2019 getestet werden.

Das besondere an den SpaceX-Systemen ist ähnlich wie beim Space Shuttle die Wiederverwertbarkeit des ganzen. Während bei letzterem lediglich das eigentliche Raumgefährt wieder unversehrt auf der Erde landete, setzt Elon Musk auch bei den Raketen auf zurückkehrende Elemente. Das funktioniert auf erstaunliche Weise und lässt sich am besten in Videoform verstehen:

Gleichzeitig träumt man bei SpaceX von einer deutlich größeren Weltraum-Mission. Unter dem Namen „BFR“ (das sowohl für „Big Falcon Rocket“ als auch „Big Fucking Rocket“ stehen könnte) arbeitet man an einem mittlerweile zum „Starship“ umgetauften System, welches die Besiedlung des Planeten Mars möglich machen soll. Der komplette Aufbau von Rakete und Raumgefährt soll einmal 120 Meter hoch und 9 Meter breit werden. Ein erster Test, bei dem das Stationsmodul auf 150 Meter Höhe steigt und danach wieder unversehrt landet, wurde erst vor kurzem durchgeführt…Bilder wie aus einem Science Fiction-Film!

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Die NASA entwickelt derweil ein System namens SLS (Space Launch System), welches auf einem großen Raketenblock verschiedene Module ermöglicht, die ins All geschossen werden können. Ein erster unbemannter Start ist für 2022 geplant, zur Zeit baut man im Vehicle Assembly Buildung an der gigantischen Rakete, die je nach Top-Modul auch die 100-Meter-Marke knacken wird.

Auch Flugzeugbauer Boeing entwickelt mit dem Starliner eine Raumkapsel, die wieder bemannte Missionen aus den USA möglichen machen soll. Ein erster unbemannter Flug ist für Oktober 2019 angesetzt.

Das Kennedy Space Center ist also noch lange nicht am Ende und es wird so viel geforscht, wie schon lange nicht mehr. Gerade die visionäre und manchmal auch leicht verrückte Arbeit eines Elon Musks scheint der US-Raumfahrt zu neuen Höhenflügen zu verhelfen.



 

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Am Ende des Tages verließen wir das Gelände des Kennedy Space Centers mit einem ganzen Fundus an neuen Eindrücken und einer neu entfachten Faszination, denn die Inszenierung zwischen Entertainment, Geschichte und Wissenschaft, die einem hier mit allerlei aus Hollywood-Filmen bekannten Stilmitteln um die Ohren fliegt, sucht ihresgleichen. Es war toll zu sehen, dass das Thema nicht nur mich als Technik-interessierten Flugzeug-Nerd wieder von neuem begeisterte, sondern auch Tamy Cape Canaveral mit einer ganz neuen Faszination verließ. 

Das Kennedy Space Center ist unserer Meinung nach eine absolute Must-See-Attraktion für jeden Florida-Touristen, da es nicht nur informiert, sondern auch exzellent unterhält und – vielleicht am wichtigsten – inspiriert.

Jetzt seid ihr gefragt! Wart ihr auch als Kids fasziniert von Space Shuttles und Raketen? Wart ihr bereits im Kennedy Space Center? Wie fandet ihr es?

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