Amex Platinum in der Corona-Krise – Chaotische Kulanzpolitik und unsere Erfahrungen mit der Reiserücktritt

Die Corona-Krise hält weiterhin an und hat uns nicht nur einen Strich durch verschiedene Reisepläne gemacht, sondern auch durch unsere monatliche Amex Platinum-Zusammenfassung. Denn was sollen wir euch monatlich über unsere teure Reise-Kreditkarte erzählen, wenn wir gar nicht reisen können? Das hat man sich auch bei American Express gedacht… ganz zufriedenstellend war die angebotene Lösung dann aber doch nicht…


Wenn ihr euch auch für die American Express Platinum Kreditkarte interessiert, habt ihr die Möglichkeit, die Karte über unseren Freundschafts-Link zu beantragen und damit ohne zusätzliche Kosten für euch unsere Arbeit zu unterstützten.

Ihr erhaltet dafür derzeit 30.000 Rewards-Points (wenn ihr 6000 Euro Umsatz in den ersten sechs Monaten macht) und für uns gibt’s ebenfalls eine Vermittlungsprämie.

>> www.amex.de/freunde/dUSTIMsN7j?XLINK=MYCP <<

 


Anfang April mehrten sich in Vielflieger-Foren die Meldungen, dass Amex-Platinum-Inhaber einen Corona-Kulanz-Bonus von 41.250 Amex Rewards-Punkten bekommen, wenn sie bei der Hotline an den richtigen Mitarbeiter gelangen oder eine E-Mail an den Support schreiben. Die Nachricht verbreitete sich schnell wie ein Lauffeuer und sorgte wohl für regelrechte Anrufwellen bei den Hotline-Mitarbeitern. Problem: es gab offenbar keine abgesprochene Strategie, so dass manche die Punkte bekamen, andere gar nichts oder deutlich weniger. Ein Muster bei der Punktevergabe, welches sich etwa am Kartenumsatz orientiert, war nicht erkennbar. Komplette Neulinge erhielten 41.250 Punkte, langjährige Kunden wurden ohne Punkte abgewimmelt.

Wir versuchten es zunächst per Mail, um etwas Schwarz auf Weiß zu haben, bekamen aber tagelang keine Antwort. Als wir schließlich bei der Hotline durchklingelten, hatte American Express gerade eine einheitliche Strategie eingeführt: als Ausgleich dafür, dass die Kunden viele Vorteile der Karte in der Corona-Quarantäne nicht nutzen können, wurden nun jedem Kunden 20.625 Membership Rewards Punkte gutgeschrieben.

Darüberhinaus hat man festgelegt, dass es beim Bezahlen bis zum 20. Juli 2 Punkte pro ausgegebenem Euro (bei aktiviertem Punkte-Turbo 2,5) geben soll. Außerdem wurde auch der Wert der Punkte beim Begleichen von Umsätzen erhöht. Fortan kann man mit 125 Rewards Points 1 Euro bei der Kreditkarten-Abrechnung begleichen, normalerweise sind dafür 250 Punkte nötig. Diese Vorteile gelten automatisch für alle Kunden, der Punkte-Bonus hingegen nur, für Kunden, die gezielt beim Service anfragen.

Der Mitarbeiter bei der Hotline ratterte die neuen Vorteile freundlich runter, konnte aber nichts an der ungleichen Verteilung der Kulanzpunkte machen, auch eine E-Mail-Anfrage änderte daran nichts.

Jetzt müssen wir an dieser Stelle vielleicht mal klarstellen: Grundsätzlich freuen wir uns natürlich, dass American Express seinen Kunden mit einer Kulanzregelung in diesen Zeiten entgegen kommt. Das müssten sie grundsätzlich nicht und wir haben auch mit 20.625 Rewards Points mehr auf dem Punktekonto einen netten Boost für zukünftige Prämienflüge am Start, den wir so gar nicht einkalkuliert hatten.

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Die Kulanz-Punkte waren wenige Tage nach dem Telefonat auf unserem Amex-Punktekonto. (Screenshot: Amex-App)

Ihr ahnt es schon, ein dickes ABER kommt trotzdem noch. Die Corona-Krise haben wir bei Beantragung der Karte aber natürlich auch nicht einkalkuliert, weswegen man eine Kulanzregelung durchaus erwarten kann, gerade bei einem Produkt, welches 660 Euro im Jahr kostet (wir reden hier ja immer noch „nur“ von einer Kreditkarte). Was wir aber vor allem von American Express erwarten, ist, dass wir genau wie andere Kunden behandelt werden, bzw. wenn es Abstufungen gibt, diese anhand des Umsatzes gemacht werden. Wer als Geschäftsmann zig-tausende Euro mit der Platinum-Karte umsetzt, darf einen anderen Service erwarten können, als kleine Reiseblogger wie wir, die das Produkt mit geringem Umsatz einfach mal austesten wollten. Diese Abstufungen waren bei der Kulanzregelung aber leider überhaupt nicht erkennbar. Stattdessen wurden scheinbar nach dem Zufallsprinzip Bonus-Punkte verteilt, wobei manche Kunden Glück hatten (41.250 Punkte) und andere komplett leer ausgingen, bis dann die einheitliche Kulanzregelung kam, durch die wir aber im Endeffekt nur die Hälfte der möglichen Punkte abgestaubt haben.

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20.625 Amex Rewards Points sind immerhin schon mehr als die Hälfte der nötigen Punkte für eine Prämienflug-Buchung in der Qatar Q-Suite-Business-Class.

Letztendlich ist das alles Jammern auf hohem Niveau, aber die Kreditkarten-Gebühren der Platinum-Karte sind eben auch auf einem sehr hohen Niveau 😉 Anyway, genug gemeckert. Unsere Amex-Rewards-Punkte haben sch durch den Kulanz-Bonus in der Corona-Krise weiter angehäuft und warten natürlich jetzt umso mehr, in spannende Business Class (oder sogar First Class?)-Flüge investiert zu werden…

 

Erste Nutzung der Reiserücktritt-Versicherung

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Aus unserem Barcelona-Trip im Februar wurde leider nichts.

Neben der chaotischen Kulanz-Politik in Corona-Zeiten, haben wir aber dennoch auch positives zu berichten. Wer unseren letzten Amex Platinum-Report gelesen hat, erinnert sich vielleicht an die noch vor den Quarantäne-Beschränkungen gecancelte Barcelona-Reise, die wegen der Verletzung einer Mitreisenden ausgefallen war (wohlgemerkt war keiner der Karten/Zusatzkarten-Inhaber selbst verletzt/erkrankt). Im Endeffekt hielt sich der Schaden dank kulanten Stornierungsbedingungen bei Dustins Brussels Airlines-Flügen sowieso in Grenzen, im Endeffekt wären wir auf rund 260 Euro sitzen geblieben.

Mangels einer genauen Diagnose und Dokumentation des behandelnden Arztes (dafür wäre laut ihm ein stationärer Krankenhaus-Aufenthalt notwendig gewesen?), hatten wir bei dem Amex-Versicherer Axa versucht, den Fall auch ohne vollständige Dokumentation einzureichen. Als einzigen handfesten Beweis konnten wir nur die Krankschreibung unserer Mitreisenden einreichen.

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Einige Wochen später erhielten wir die oben abgebildete E-Mail, die die Übernahme unserer Reisekosten abzüglich der Selbstbeteiligung von 100 Euro „zugunsten unserer Kundenzufriedenheit aus einmaliger Kulanz“ bestätigte.

Somit fiel der erste Versicherungs-Fall, den wir über die Amex Platinum abwickelten durchaus positiv aus und wir konnten Geld zurückbekommen, welches wir ohne die Kreditkarte wohl nicht mehr wiedergesehen hätten. Das bestärkt uns in dem Gefühl, dass dieses Kreditkarten-Monster durchaus einen gewissen „Peace of Mind“ im Reise-Hustle liefert, weil man eben deutlich besser abgesichert ist und die Versicherungs-Fälle – zumindest im vorliegenden Fall – auch sehr fair und unkompliziert abgewickelt werden.


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Die American Express Platinum-Kreditkarte hat uns in der Corona-Krise mit der etwas chaotischen Kulanz-Politik nicht zu 100% überzeugt. Nichtsdestotrotz haben wir jetzt 20.625 Rewards Points mehr auf dem Konto und können durch die Punkte-Aufwertung beim täglichen Umsatz zusätzlich aufstocken. Auch wenn einige Karteninhaber mit den Kulanz-Punkten mehr Glück hatten, wollen wir uns da nicht zu sehr beschweren. Für das nächste Mal würden wir uns dennoch eine von Anfang an einheitliche Strategie wünschen, die alle Kunden gleich behandelt, oder zumindest nachvollziehbare (Umsatz-basierte) Abstufungen beinhaltet. Denn egal ob Reiseblogger oder Businessman, wir alle bezahlen die hohen Gebühren für dieses Ungetüm, welches wir aktuell eben einfach nicht ausreizen können.

Deutlich besser gefallen hat uns da der Workflow unseres Versicherungsfalls, der fair und unkompliziert abgewickelt wurde und uns wieder bares Geld in die Kasse gespült hat, welches sonst für immer weg gewesen wäre.

So können wir unter dem Strich nochmal Revue passieren lassen, was uns die Karte bisher an überschaubaren Vorteilen gebracht hat (wobei das „überschaubar“ nicht die Schuld von American Express ist ;)):

2×20 Euro beim Lounge-Besuch in Brussels-Charleroi 

159,80 Euro beim Versicherungsfall

= 199,80 Euro, die wir effektiv durch die Amex Platinum bisher gespart haben

+ 50.000 Willkommens-Punkte und 20.625 Corona-Kulanz-Punkte


Der hypothetische Fall ohne Corona-Krise hätte nach unserem ins Wasser gefallenen New York/Mexiko-Trip schon ganz anders ausgesehen:

2×20 Euro beim Lounge-Besuch in Brussels-Charleroi für Getränke/Speisen

159,80 Euro beim Versicherungsfall

2×20 Euro beim Lounge-Besuch in Frankfurt für Getränke/Speisen

200 Euro Reiseguthaben in Manhattan (die wir bei gelockerten Reisebeschränkungen dieses Jahr vielleicht trotz Corona noch einlösen können, eben nur nicht in Manhattan)

3x (2×20 Euro) für Hotel-Frühstück dank Hilton-Status

2×20 Euro beim Lounge-Besuch in Cancun für Getränke/Speisen

= 599,80 Euro, natürlich plus die 50.000 Willkommens-Punkte

Diese Summe verdeutlicht, dass man die Kartengebühren doch schon mit recht wenigen Trips durchaus wieder relativieren kann, wenn man denn reisen kann.


Unsere mehr oder weniger monatlichen Zusammenfassungen:

Lohnt sich die teure American Express Platinum für Hobby-Reisende? – Unser krassestes Kreditkarten-Experiment

Monat 1: Unser erster Monat mit der American Express Platinum – Beantragung des Priority Passes, Hilton-Status, Punkte-Turbo & Co…

Monat 2: Der zweite Monat: Die Hürden bei der Buchung von Ryanair-Budget-Trips mit der American Express Platinum

Monat 3 & 4: Die Monate 3 & 4 mit der Amex Platinum – Mit der Über-Kreditkarte beim Ryanair-Trip

In weiter Ferne: Die Monate 5 & 6 – Was uns die Amex Platinum in Barcelona, New York und Mexiko gebracht hätte…

Amex Platinum in der Corona-Krise – Chaotische Kulanzpolitik und unsere Erfahrungen mit der Reiserücktritt

Monat 7: American Express verschenkt 225 Euro Einkaufsguthaben an seine Platinum-Kunden

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