Aeromexico 787-8 Premier Class – Im Business Class-Sitz zum Economy-Preis von Mexiko nach Los Angeles

Neben unserer LATAM-Kurzstrecke von Madrid nach Frankfurt und unserem Meilen-Flug von Luxemburg via Frankfurt nach Costa Rica gab es im letzten Jahr noch eine weitere Business Class-Erfahrung, die wir gar nicht so geplant hatten. Aber da das Ticket günstiger als ein Economy Class-Direktflug war, konnten wir bei den Aeromexico-Flügen von San Jose über Mexico City nach Los Angeles einfach nicht nein sagen…

business vergleich

292 Euro haben uns die Aeromexico-Business Class-Tickets von San Jose über Mexico City nach Los Angeles gekostet. Der Economy-Direktflug mit Delta Airlines wäre drei Euro teurer gewesen, ohne Aufgabegepäck und Bordverpflegung, versteht sich. Wieso der Flug so günstig war, wissen wir bis heute nicht. Die Preise waren über mehrere Tage buchbar, weswegen ein klassischer Error Fare eigentlich raus ist. Seitdem wissen wir auf jeden Fall: egal, wo es hingehen soll > IMMER AUCH DIE BUSINESS CLASS-TARIFE CHECKEN, denn you never know! Passend dazu haben wir auch schon einen kleinen Artikel zur Buchung online: Vergleichen lohnt sich! – Wenn der Business Class-Flug günstiger als Economy ist…

 


Die Ground Experience am SJO-Airport und ein verschlafener Business Class-Flug

Hier soll es nun aber um das Flugerlebnis bei Aeromexico gehen, welches für uns eigentlich am SJO-Airport in San Jose, Costa Rica begann, von wo uns eine Boeing 737 nach Mexico City bringen sollte. Diesen unspektakulären Mittelstrecken-Flug behandeln wir an dieser Stelle eher stiefmütterlich, da wir….naja….den kompletten Flug über wie Steine geschlafen haben 😀 Für einen Überblick über das Bordprodukt in der Aeromexico-Boeing 737-800 verweisen wir mal auf diese Video-Review:

Ein paar Worte zur Ground-Experience am SJO-Airport. Da wir einen Nachtflug hatten und unseren Mietwagen schon am Abend abgegeben hatten, waren wir rund 4 Stunden vor Abflug im Terminal, das zu dieser Zeit schon wie leer gefegt war. Das traf leider auch auf die Abfertigungsschalter zu, die ca. 2 Stunden vor Abflug geöffnet wurden. Aufgrund unserer Business Class-Tickets mussten wir nicht in der teils chaotischen Economy-Schlange warten, sondern wurden schnell und freundlich in der Sky Priority-Schlange abgefertigt.

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Auf eine Lounge für den restlichen Zeitvertreib konnten wir uns leider nicht mehr freuen. Business Class-Passagiere am SJO-Airport kommen lediglich von 4.30 Uhr bis 20 Uhr in den Genuss der VIP Santamaria-Lounge. Ob wir da was verpasst haben, können wir daher nicht sagen. Wie schon an anderer Stelle beschrieben, „stolpert man in mehreren Vielflieger-Foren über die Empfehlung, doch einfach das Denny’s gegenüber vom Airport zu nutzen, da es sowieso die bessere Lounge sei.“ Das hatten wir natürlich schon vor der Mietwagen-Abgabe erledigt 😉

Nachdem wir die Zeit am Airport in einem immerhin sehr gut sortierten Duty Free-Shop totgeschlagen hatten, ging es für uns Richtung Flieger. Bis die Boeing 737-800 endlich geboardet wurde, dauerte es eine ganze Weile. Wie schon beim Check-In durften wir aber mit als erste rein und nahmen dann auch gleich auf unseren Plätzen in der ersten Reihe Platz. Im Gegensatz zu fast allen europäischen Airlines sind auch die Kurz- und Mittelstrecken-Maschinen in Amerika mit einer besseren Business Class-Bestuhlung ausgerüstet. Statt der 3-3-Anordnung, finden sich im vorderen Abteil der Maschine eine deutlich breitere 2-2er-Struktur mit erheblich mehr Beinfreiheit. Auch der Neigungswinkel der Rückenlehne ist deutlich größer als in der Economy Class, zu einem flachen Bett wie in den Langstrecken-Maschinen wird der Sitz aber nicht. Bequem war das ganze wohl trotzdem, denn nach einem etwas holprigen Start haben wir einfach gar nichts mehr mitbekommen, nicht mal für ein Foto vom Sitz hat es gereicht. Sorry dafür!

Kurz vor der Landung in Mexico City wurden wir schließlich recht unsanft von den allgemein wenig freundlichen Flugbegleitern geweckt, die uns die Einwanderungs-Papiere in die Hand drückten, die man vor der Einreise nach Mexiko ausfüllen muss (auch, wenn man nur umsteigt).

Generell war die Crew in unserem ersten Aeromexico-Flug sehr unfreundlich und sprach uns mehrfach auf Spanisch an, obwohl wir von Anfang an klar gemacht haben, dass wir nur Englisch verstehen.



Immigration trotz Weiterflug – Umsteigen in Mexico-City

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Der Flughafen von Mexico-City hat mich irgendwie an Frankfurt erinnert. Die Gebäude-Struktur und Wege durch selbige waren vollkommen undurchsichtig und die beiden Terminals waren weit voneinander getrennt. Glücklicherweise mussten wir bei der gleichen Airline umsteigen und demzufolge keinen Terminalwechsel mehr machen.

Obwohl wir nur etwa 2 Stunden zum nächsten Flug hatten, reichte die Zeit dennoch problemlos. Die Immigration lief schnell, wir reisten ein, nur um kurz danach wieder auszureisen. Damit sich der Aufwand auch lohnte, spazierten wir kurz für fünf Minuten vor dem Flughafengebäude umher, um zumindest nochmal mexikanische Luft zu schnuppern. Das Gepäck wird übrigens beim Umsteigen in Mexico durchgecheckt, man hat also nicht mehr den Aufwand wie beim Umstieg in den USA.

Nach der Frischluftpause ging es wieder rein, schnell zur Sicherheitskontrolle, wo wir als Business Passagiere die deutlich komfortablere Fast-Lane nutzten durften und anschließend blieb uns noch eine gute Stunde für die Aeromexico-Lounge.

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Die befand sich im obersten Geschoss des Terminal-Gebäudes und gewann dort definitiv keinen Schönheitspreis. Eine spannende Aussicht auf’s Rollfeld gab es zu keiner Seite, die Lounge war durch hohe Wände in alle Richtungen abgeschottet. Sporadisch lief ein Kellner umher und nahm Bestellungen für (kostenlose) Getränke auf.

In einem weiteren Raum der Lounge war ein kleines Büffet mit Snacks aufgebaut, dass einer Lounge an einem so großen, internationalen Flughafen aber auf keinen Fall gerecht wurde. Dementsprechend waren die angebotenen Speisen auch alle entweder leer oder bestanden nur noch aus kläglichen Resten. Die Präsentation war recht schlampig und auch nicht besonders sauber.


Anyway, es reichte definitiv zum Überbrücken der Wartezeit, aber wir waren auch nicht sonderlich traurig, als wir dann zum Flieger los mussten, denn der Flug nach Los Angeles war bei dieser Flug-Kombination sowieso der wahre Star.


Im Aeromexico-Dreamliner nach Los Angeles

 

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Obwohl die Strecke von der Länge ähnlich mit der Dauer des Costa Rica-Fluges war, setzte Aeromexico hier eine Boeing 787-8 ein und damit einen relativ brandneuen Langstrecken-Jet, in dem eine vollwertige Langstrecken-Business Class mit Lie-Flat-Sitzen verbaut war. Wir waren schon fast spät an und mit bei den letzten Passagieren, die die elegant geschwungene Maschine boardeten.

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Die Aeromexico-Business Class war ähnlich wie bei der Lufthansa in einer 2-2-2-Bestuhlung angeordnet und damit für Paare wie uns definitiv brauchbar, da wir es generell vorziehen, neben dem Partner anstatt in einer abgeschotteten Einzel-Suite zu sitzen. Wir verstehen aber natürlich vollkommen, dass alleinreisende Geschäftsmänner das vollkommen anders sehen. Wirklich viel Privatsphäre genießt man als Passagier hier auf keinem Sitzplatz.

Das Design war etwas chaotisch zusammengewürfelt und wirkte nicht unbedingt edel. Auch wirkte das Produkt bei genauerem Hinsehen schon durchaus abgenutzt und nicht optimal gereinigt. Wie immer ist das natürlich Jammern auf hohem Niveau, bei unserem Preis gibt es da eigentlich gar nichts zu meckern, aber man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass auch viele Menschen viele tausend Euro für diese Klasse bezahlen – auch bei Aeromexico – und die Standards da durchaus ein bisschen höher liegen dürften.

Am Platz lagen ein Kissen und eine Decke, ein Amenity Kit fehlte, was angesichts der kurzen Strecke nicht verwunderlich war.

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Vor dem Start gab es einen kleinen Welcome-Drink, wobei wir uns angesichts des morgendlichen Abflugs für ein Glas Orangensaft entschieden und dann ging es auch schon los. Nach kurzem Rollweg schwenkten wir auf die Startbahn, Tamy begann zu schlafen und unsere 787 beschleunigte und hob sanft über dem nicht enden wollenden Häusermeers von Mexico-City ab.

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Die Crew war definitiv freundlicher als bei unserem Flug von San Jose nach Mexico-City, aber auch diesmal war noch durchaus Spiel nach oben. Der Service bei Aeromexico ist nicht mal ansatzweise mit unseren Erfahrungen in der Lufthansa Business Class zu vergleichen.

Kurz nach dem Start wurde dann unser Ausklapptisch eingedeckt und unser vorbestelltes vegetarisches Frühstück kam ohne nachfragen zu müssen. Die Vorbestellung hatte problemlos online funktioniert, auch auf einer kurzen Flugstrecke wie dieser, was bei LATAM einige Wochen zuvor nicht möglich war. Pluspunkt für Aeromexico.

Das Frühstück bestand aus einem Omelett mit Tomaten, einer Obstschale und ein bisschen Gebäck. Ein simpler Start in den Tag, der aber auf jeden Fall so passte und auch recht schmackhaft war.

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Auch wenn die Aeromexico Business Class alles andere als perfekt erscheint, ist sie in diesem Fall dennoch einer der angenehmsten Wege, um aus Mittelamerika Richtung Westküste zu fliegen, weil unseres Wissens keine andere Airline auf dieser Route eine Langstrecken-Maschine einsetzt (Achtung, nicht auf allen Flügen!).

Die Möglichkeit, sich auch auf einem 3-Stunden-Flug einfach komplett flach hinzulegen, ein bisschen in angenehmer Position zu schlafen, sich auszustrecken, einfach ohne Probleme aufzustehen, Platz zu haben….das Erlebnis Business Class ist mit Worten kaum zu beschreiben. Auch wenn wir hier auf Service-Qualität, Sauberkeit und Design des Produktes eingehen, im Endeffekt ist das Platzangebot der wahre Gamechanger in dieser Klasse und sorgt für ein ganz anderes Flugerlebnis.

In 3 Stunden blieb natürlich kaum Zeit, um das Entertainment-System ordentlich zu testen, welches sich neben der Touchscreen-Eingabe auch über eine Fernbedienung mit nettem Extrascreen bedienen ließ. Die Sitzverstellung erfolgte über mehrere Einstellungen elektrisch. Ein USB-Steckplatz, sowie eine Steckdose waren ebenfalls am Sitz zu finden. So gab es an der Vollständigkeit des Hard Produkts nicht zu meckern.

Der Anflug auf die Stadt der Engel startete diesmal über einem Wolkenmeer. Oft liegt Los Angeles morgens noch unter einer Dunst- oder Wolkenglocke, die vom Pazifik herangetragen wird und an den Bergketten am Stadtrand aufgehalten wird. Umso wärmer es dann in L.A. wird, desto mehr verziehen sich die Wolken.

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Da wir mit unserem Landeanflug noch recht früh an waren, versteckte sich das Häusermeer unter einer dicken Wolkenschicht. Das wir uns im Anflugkorridor befanden, entdeckte Tamy schließlich, weil parallel zu uns eine Southwest-Boeing 737 der Wolkendecke kontinuierlich näher kam. Unsere 787, als auch die andere Maschine, durchbrachen die Wolkenschicht zeitgleich und tauchten in ein diesiges, fast ein bisschen apokalyptisch erscheinendes Los Angeles hinab. Nun waren es nur noch wenige Minuten bis zu unserem ersten Business Class-Touchdown in der Stadt der Engel.

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Schon viele Male sind wir jetzt hier angekommen und es ist immer wieder etwas besonderes, auch wenn wir beide zu dem Zeitpunkt noch ein wenig dem wunderschönen Costa Rica hinterher trauerten. Dementsprechend empfing Los Angeles uns fast etwas unsicher, aber nach einer reibungslos schnellen Immigration, der wieder einmal megasmoothen Skip-the-Counter-Erfahrung bei Alamo und unserem Ankunftsritual bei In’n Out-Burger direkt in der Einflugsschneise hatten sich dann auch die düsteren Wolken verzogen und Kalifornien begrüßte uns angemessen mit strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und majestätischen Palmen.

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Und mit diesem schönen Bild kommen wir zu unserem Aeromexico-Fazit! Zu diesem Preis würden wir JEDERZEIT WIEDER mit der mexikanischen Airline abheben. Grundsätzlich haben wir uns gut aufgehoben gefühlt, auch wenn unsere Erfahrungen mit LATAM und Lufthansa definitiv eine Liga über Aeromexico einzuordnen sind. Gerade die Etappe in der Boeing 787-8 Dreamliner, mit der man den verhältnismäßig kurzen Sprung von Mexico-City nach LAX absolviert, ist einfach großartig und vom Raumgefühl der gesamten Konkurrenz auf dieser Route eindeutig überlegen.

Wie auch immer der verrückt günstige Preis zustande kam, wir würden das günstigere 1-Stopp-Business-Routing jederzeit einem Economy-Direktflug vorziehen und können euch nur ans Herz legen, immer wieder auch die Preise für Business Class-Flüge zu checken.

 


 

Seid ihr auch schonmal mit Aeromexico geflogen? Wie war eure Erfahrung? Habt ihr auch schonmal einen derart günstigen Business Class-Fare geschossen? Her mit euren Erfahrungen! 🙂

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