Das war unser Chaos-Reisejahr 2020

Als wir vor einem Jahr in 2020 starteten, hatten wir viele Ideen und Pläne, die alle im März durch die Corona-Pandemie über den Haufen geworfen wurden. Umdenken und flexible Planung war angesagt. Was wir trotz Corona erlebt haben und was wir durch Corona dieses Jahr auf die Wartebank schieben mussten, könnt ihr in unserem kleinen Jahresrückblick nachlesen.

Zum ersten Mal seit wir diesen Reiseblog zusammen machen, gibt es dieses Jahr keinen Video-Jahresrückblick. Obwohl wir trotz Corona-Pandemie einige Trips realisieren konnten, haben wir irgendwie nicht genug Material gefilmt, um daraus in gewohnt hoher Schnitt-Frequenz ein Urlaubs-Best-of zu zaubern, wie wir es euch wenn dann bieten wollen.

Nichtsdestotrotz wollen wir dieses chaotische Jahr voller Auf und Abs aber trotzdem nochmal Revue passieren lassen, denn nicht alles war 2020 schlecht. Natürlich lief vieles anders als geplant, aber im Endeffekt sind wir und unsere Familien gesund geblieben und fanden trotz gecancelten Flügen und verworfenen Plänen das ein oder andere Schlupfloch, um auch im Corona-Jahr 2020 ein bisschen reisen zu können.

Natürlich haben wir dabei immer die aktuellen Corona-Regeln berücksichtigt, waren immer in Gegenwart anderer mit Schutzmasken unterwegs und haben auf genügend Abstand geachtet. Auch haben wir immer die Risikogebiete und die entsprechenden Reisewarnungen des Robert-Koch-Instituts bei unseren Planungen berücksichtigt.

Unser letzter Trip vor Corona: Valentinstag-Wochenende in Palermo

Mitte Februar war das Coronavirus noch eine scheinbar weit entfernte Epidemie in Asien. Deshalb reisten wir auch ganz unbesorgt für ein verlängertes Wochenende in die Sizilien-Metropole Palermo. Statt Winterkälte und Fastnacht in Deutschland, erkundeten wir vier Tage lang die Mittelmeer-Stadt.

Eigentlicher Grund für Palermo war aber ein Bucket List-Punkt von Tamy, die schon immer die besterhaltenste Mumie der Welt sehen wollte, die hier in einem Gruftgewölbe des Kapuzinerkonvents ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Das kleine Mädchen Rosalia Lombardo war am 6. Dezember 1920 im Alter von knapp zwei Jahren gestorben und sieht in ihrem kleinen Glas-Sarg fast aus, als würde sie schlafen. In dem Gruftgewölbe ruhen viele weitere Mumien, die man als Besucher ungefiltert zu sehen bekommt.


Aber auch abseits der morbiden Gruft-Atmosphäre hat uns Palermo mit seinen kleinen verwinkelten Gassen, vielen Plätzen und großzügigen Einkaufsstraßen gut gefallen. Besonders bei der Kathedrale von Palermo im normannisch-arabischen Stil zog uns mit ihren umliegenden Cafés und einem großen Vorplatz immer wieder an.

Das erste Corona-Opfer: Mobile World Congress in Barcelona

Der Mobile World Congress in Barcelona, den Dustin schon 2019 durch seinen Arbeitgeber besuchen konnte, stand auch dieses Jahr wieder auf seiner Agenda. Geplant hatten wir deshalb mit separat gebuchten Flügen zusammen hinzufliegen, wobei Tamy mit einer Freundin tagsüber die Stadt erkunden wollte.

Leider wurde die weltgrößte Handy-Messe in Barcelona im Jahr 2020 am 12. Februar wegen der sich langsam ausbreitenden Corona-Pandemie im Zusammenhang mit vielen asiatischen Ausstellern abgesagt. Der Plan an den drei Tagen dann trotzdem privat hinzufliegen, wurde schließlich durch eine Verletzung unserer Mitfliegerin durchkreuzt.

Unsere Idee, das durch zahlreiche Flugangebote eigentlich einfach erreichbare Barcelona dann einfach im restlichen Jahr nachzuholen, ging dann natürlich im weiteren Verlauf von 2020 gehörig baden.

Trump & Corona machen uns einen Strich durch die Rechnung: New York & Mexiko

Mitte März wollten wir von Frankfurt nach New York fliegen und von dort mit einem Delta-Business-Class-Schnäppchen weiter nach Cancun, Mexico, von wo es dann nach einer guten Woche in der Karibik wieder zurück nach Deutschland gehen sollte. Wir hatten zahlreiche spannende Pläne und Ideen, um bei unserem ersten großen Trip mit der American Express Platinum-Kreditkarte das Maximum rauszuholen und eventuell sogar unser Lufthansa-Flüge auf Premium Economy oder Business Class zu upgraden. Außerdem wollten wir uns in Cancun mit einem befreundeten Pärchen treffen, dass zufällig zur gleichen Zeit in Mexico sein sollte.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump machte uns jedoch Mitte März mit einem Einreiseverbot für Europäer einen bösen Strich durch die Rechnung und sorgte dafür, dass unser Big-Apple-Karibik-Trip ins Wasser fiel. Immerhin wurden uns alle Kosten erstattet, wenn wir auch 4,5 Monate auf die Lufthansa-Rückzahlung warten mussten. Schwamm drüber!

Wenig später schlug dann auch die Corona-Pandemie voll ein, Dustin musste ins Home Office, Tamy in Kurzarbeit und ans Reisen war Monate-lang nicht zu denken.

Unser Elektro-Road-Trip an die Nordsee

Unser Tesla-Trip an die Nordsee war vielleicht eines unserer ungewöhnlichsten Experimente im vergangenen Jahr. Aber in Zeiten, wo an Business Class-Experimente und Buchungen mit Kreditkarten-Magie kaum zu denken war, war die Elektromobilität ein spannendes Feld, mit der wir trotz Corona-Pandemie neue Wege ausprobieren konnten.

Zusammen mit einem befreundeten Pärchen mieteten wir uns bei UFODRIVE ein Tesla Model 3 und prüften den Elektro-Ami bei einem Road Trip ins niederländische Den Haag auf Herz und Road-Trip-Nieren. Und ganz nebenbei konnten auch wir ein bisschen Energie an der Nordsee tanken.

In unserem ausführlichen Road-Trip-Report könnt ihr nachlesen, wie gut ein Road Trip mit einem Elektroauto mit der aktuellen Lade-Infrastruktur funktioniert.

Urlaub im eigenen Land? Das war wohl nix!

Im Sommer waren Urlaubsflüge in großen Teilen der Bevölkerung verpönt. Das entsprach nicht grundsätzlich unserer Sichtweise, aber wir peilten trotzdem im August ein paar Tage in Deutschland in Alpennähe an. Da wir im eigenen Auto unterwegs waren, wollten wir einen ersten günstigen Stopp in einem Airport-Hotel bei Stuttgart machen, um am Folgetag ausgeschlafen nach Bayern weiter zu fahren.

Die komplette Story könnt ihr HIER nachlesen, aber das Ende vom Lied war, dass wir noch am selben Abend aufgrund Dustins Arbeitsplatz im damaligen Risikogebiet Luxemburg wieder den Heimweg antreten durften.

Danach stand für uns fest: Urlaub im eigenen Land ist erstmal raus und wir buchten uns Flüge raus aus dem deutschen Risikogebiet-Chaos…

Sardinien oder wie die unendliche Suche nach dem MeerMeer zu einem Ende kommt

Unser Sardinien-Trip war fast sowas wie eine Notlösung, weil alle anderen warmen Ziele Ende August entweder Risikogebiete waren oder nur zu absurd hohen Preisen angeflogen wurden. Aber wir wollten trotz allem wenigstens einmal dieses Jahr ein bisschen Sonne mit Meer tanken. Somit buchten wir knappe 5 Tage in der „Karibik Europas“ und fanden ein unglaublich weitläufiges, mit wuchtigen Bergkulissen zugepflastertes Mittelmeer-Paradies, dass uns während unserem kurzen Aufenthalt mehr ins Meer zog, als jede andere von uns bereiste Destination zuvor.

Lange, nicht zu überlaufene Sandstrände, die langsam und behutsam ins perfekt türkisblaue Wasser übergehen, gemütliche kleine Fischerdörfchen und viele Möglichkeiten, um potenziell gefährlichen Menschenmassen aus dem Weg zu gehen. Sardinien war unsere perfekte Flucht aus dem deutschen Risikogebiets-Chaos in ein beeindruckendes Naturparadies, in dessen Weitläufigkeit für uns als Road Trip-Fans auf Anhieb wohl fühlten.

Island? Nope!

Die Naturwunder von Island blieben uns im Corona-Jahr verwehrt (Bild: Pixabay).

Eigentlich hatten wir geplant, direkt nach unserem Sardinien-Trip die Flüge ins Corona-technisch ebenfalls unbedenkliche Island zu buchen. Lange stand der Inselstaat im Nordatlantik dank seiner ausufernden Natur-Landschaften schon auf unserer Liste und war dadurch auch ein entsprechend gutes Reiseziel für den Corona-Sommer, wo sich viele Kontakte relativ einfach vermeiden lassen.

An unserem vorletzten Sardinien-Tag änderte die Regierung in Island allerdings die Einreise-Bestimmungen und verlangte ab sofort mehrere Tage Quarantäne trotz negativem Corona-Test für alle Einreisenden. Da wir nicht so lange Zeit haben würden, mussten wir unsere Island-Pläne wohl oder übel verschieben.

Während wir die letzten Stunden auf Sardinien verbrachten, haben wir scherzhaft rumgesponnen, dass wir ja auch einfach wieder nach Sardinien kommen könnten…

Von der Spinnerei zu Wiederholungstätern: Italien Part III

Eine Woche später war aus der Spinnerei ein Plan geworden, der uns mit einer einzeln gebuchten Ryanair-Flugkombination von Frankfurt nach Sizilien, anschließend von Sizilien nach Sardinien und von dort mit Condor wieder zurück nach Frankfurt führen sollte.

Erneut mit einem Mietwagen ausgestattet, erkundeten wir die Ostküste Siziliens, wobei der immer noch aktive Vulkan Ätna im Zentrum unseres Interesses stand. Aber auch abseits des stetig grummelnden Riesen, fanden wir wundervoll, abgelegene Naturlandschaften, die wir ohne viel Kontakte zu anderen Menschen perfekt erkunden konnten.

Nach fünf Tagen ging es mit Ryanair dann weiter ins altbekannte Cagliari auf Sardinien, von wo wir mit dem nächsten Mietwagen erneut die Ostküste der Insel erkundeten, wo wir uns knappe zwei Wochen vorher so in die Strände und die ungezähmte Natur verliebt hatten. Auch wenn die See diesmal rauer war und das Badewetter nicht mehr ganz so perfekt, fanden wir mehrere neue Natur-Highlights, die den Trip perfekt abrundeten.


Zur Durchführung unserer Italien-Trips haben wir auch noch einige Beiträge in der Pipeline, die in nächster Zeit online kommen sollten.


Insgesamt landeten wir sieben mal im Flugzeug und waren insgesamt 8525 Kilometer über den Wolken unterwegs, sechs mal mit Ryanair, einmal mit Condor, wie unsere Flugstatistik myFlightradar24 verrät. Tatsächlich fühlten wir uns dabei oft sicherer, als bei einem Einkaufsbummel in einer vollen deutschen Innenstadt. Unsere Corona-Flug-Erfahrung könnt ihr auch gerne nochmal HIER nachlesen.

Und 2021?

Das neue Jahr startet mit der wütenden Pandemie so düster, wie 2020 endete. Aber auch wenn uns die aktuelle Neuinfektionen und Todeszahlen erstmal die Sorgenfalten ins Gesicht treiben, blicken wir dank der Impfstoffe halbwegs optimistisch in die Zukunft.

Auch wenn wir uns die nächsten Monate wahrscheinlich Reise-technisch komplett zurückhalten werden und aktuell noch nichts geplant oder gar gebucht haben, hoffen wir auf erste Möglichkeiten im Sommer und vielleicht auch wieder gefahrlose Langstrecken-Optionen im Spätsommer/Herbst. Unsere Meilenkonten sind prall gefüllt und wir können es kaum abwarten, endlich wieder in den Flieger zu steigen, um die Welt zu erkunden und euch dabei mitzunehmen!

Ein großes Dankeschön geht dabei auch an euch, denn trotz Corona-Pandemie und einiger Content-Durststrecken wurde unser kleiner Reiseblog auch 2020 erstaunlich viel gelesen! Das motiviert uns, im kommenden Jahr wieder mehr auf’s Gaspedal zu treten… oder sollten wir besser sagen Strompedal? 😉

Achja, falls ihr unsere Video-Jahresrückblicke der letzten Jahre verpasst habt, liefern wir euch diese an dieser Stelle nochmal gerne nach:



Am Ende unseres kleinen Jahresrückblicks interessiert uns aber natürlich wie immer auch eure Erfahrung! Seid ihr 2020 verreist? Wenn ja, was habt ihr erlebt, wie waren eure Erfahrungen in der Corona-Pandemie und was habt ihr für 2021 geplant?

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